Einweihung des ersten Gedenkortes für Opfer rechts motivierter Gewalt

Am 24. Oktober jährt sich die Nacht, in der Kamal K. ermordet wurde, zum dritten Mal.+++

Das Landgericht Leipzig berücksichtigte mit seinem Urteil vom 8. Juli 2011 die rassistische Tatmotivation. Der Mord an dem 19-jährigen Kamal wird vom Bundesinnenministerium als rechts motiviert anerkannt.

Die Stadt Leipzig und die AG Erinnerungskultur laden für den kommenden Donnerstag, 24. Oktober, 17 Uhr, alle interessierten Bürger zur Einweihung eines Gedenkortes in die Carl-Wilhelm-Müller-Anlage (Richard-Wagner-Straße, Höhe Ritterpassage) ein.

Neben Kulturbürgermeister Michael Faber als Vertreter der Stadt Leipzig wird auch der Sächsische Ausländerbeauftragte Martin Gillo teilnehmen.
An der Stelle des künftigen Gedenkortes wurde Kamal in der Nacht vom 24. zum 25. Oktober 2010 erstochen. Das Denkmal besteht aus einem Stein, auf dem eine Tafel angebracht ist. Die Inschrift wurde gemeinsam mit der Familie von Kamal entworfen. Die Firma Rohrwacher GmbH hat den Gedenkstein gesetzt.
„Wir sind erleichtert, dass der erste Ort zum Gedenken an die Menschen, die aufgrund rechts motivierter Gewalt ihr Leben verloren haben, nach fast zweijähriger Vorbereitungszeit am 24. Oktober eingeweiht wird.
Dies ist der erste Schritt auf dem Weg der Etablierung einer eigenen Erinnerungskultur. JournalistInnen zählen für Leipzig insgesamt sechs rechts motivierte Morde seit 1990.
Den Opfern rassistischer, sozialdarwinistischer und homophober Gewalt muss eine angemessene Würdigung zuteil werden“, so die Mitglieder AG Erinnerungskultur.