Eisenbahnknoten Dresden wird für eine Milliarde Euro ausgebaut

Rückbau der Gleise 8 und 9 im Bahnhof Dresden-Neustadt teilweise beendet – Erneuerung der Gleistragwerke bis 2016 sowie Errichtung von fünf Aufzügen – In Radebeul ab Juli Baubeginn der Fernbahngleise. +++

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Beim Ausbau des Eisenbahnknotens Dresden hat die Deutsche Bahn jetzt eine weitere Zwischenetappe abgeschlossen: Nach rund drei Monaten intensiver Bautätigkeit im Bereich des Bahnhofs Dresden-Neustadt und im nördlichen Gleisvorfeld ist der Rückbau der außer Betrieb befindlichen Gleisen 8 und 9 jetzt beendet. Jetzt beginnen hier umfassende Sanierungsarbeiten. In Radebeul beginnt die DB im Juli mit dem Wiederaufbau der neuen Fernbahngleise, der bis Ende des Jahres 2011 abgeschlossen ist. 

1. Bahnhof Dresden-Neustadt
Ende März hatte die DB mit dem Beginn der Gleisbauarbeiten einen neuen Projektabschnitt eingeläutet. Bis 2016 erneuert die DB am Bahnhof Dresden-Neustadt schrittweise die Gleistragwerke, um die rund 100 Jahre alte Infrastruktur auf ein modernes Niveau zu bringen und damit die Tragfähigkeit der Ingenieurbauwerke zu erhöhen. Im Anschluss werden die Bahnsteige und die Gleise erneuert, die beiden Personentunnel inklusive der Zugänge zu den Bahnsteigen saniert und der Bahnhof barrierefrei umgebaut. Insgesamt fünf Aufzüge werden hier errichtet. Ziel der Bauarbeiten ist es, den Bahnhof durch höhere Ein- und Ausfahrgeschwindigkeiten deutlich leistungsfähiger als bisher zu machen. Weichen und Signale werden künftig nicht mehr über lokale Stellwerke bedient, sondern sind an ein Elektronisches Stellwerk angeschlossen und über die Betriebszentrale in Leipzig aus gesteuert. Über das bisherige Gleis 9 werden künftig ausschließlich Güterzüge fahren. Darüber hinaus sind die aktuell stattfindenden Bauarbeiten am Bahnhof Dresden-Neustadt für den geplanten viergleisigen Ausbau in Richtung Coswig eine entscheidende Voraussetzung.

2. S-Bahn-Strecke Dresden-Neustadt-Coswig-Meißen
Bereits seit Januar 2010  treibt die DB den Ausbau der S-Bahn-Linie von Dresden-Neustadt über Coswig nach Meißen Triebischtal sowie den bis Coswig parallel verlaufenden Ausbau der Fernverkehrsstrecke Leipzig-Dresden kontinuierlich voran.
So soll in den nächsten Jahren der 13 Kilometer lange Abschnitt zwischen Dresden Neustadt und Coswig auf vier Gleise ausgebaut werden. Damit verbunden sind die Erneuerung von Gleis-, Weichen-, und Oberleitungsanlagen sowie Telekommunikations- und Energieversorgungseinrichtungen.
Insgesamt werden in diesem Abschnitt 22 Eisenbahnüberführungen sowie zahlreiche Bahnsteigtunnel und Stützbauwerke erneuert bzw. angepasst. Darüber hinaus errichtet die DB hier zwei Elektronische Stellwerke. Künftig sollen hier je zwei Gleise von Nah- bzw. Fernverkehrszügen befahren werden. Damit wird zwischen Dresden-Neustadt und Coswig eine vollständige Entflechtung des langsameren Nah- und schnelleren Fernverkehrs möglich.
 Eindeutiger Vorteil für die Kunden: Durch die Beseitigung des Mischbetriebs werden ein reibungsloserer Betrieb sowie geringere Wartezeiten möglich. Auf dem rund fünf Kilometer lange Streckenabschnitt zwischen Radebeul Ost und Radebeul West sind die Rückbau-, Brücken- und Dammbauarbeiten so weit abgeschlossen, dass im Juli der Wiederaufbau der Fernbahngleise beginnen kann. Diese Arbeiten laufen seit Januar 2010 auf Hochtouren und sollen bis Ende des Jahres 2011 abgeschlossen sein. Dann wird der Verkehr wieder über zwei Gleise möglich sein. Bisher stand für die Züge in Radebeul lediglich ein Gleis zur Verfügung, was die Betriebsführung sehr anspruchsvoll macht. Im Zusammenhang mit den Modernisierungsarbeiten will die DB alle sieben S-Bahn-Haltepunkte entlang der Strecke modernisieren und barrierefrei ausbauen.
In Dresden entsteht bis 2016 der neue Haltepunkt Dresden-Bischofsplatz, der direkt an der Brücke über die Fritz-Reuter-Straße errichtet und von der Hechtstraße aus erreichbar sein wird. Die Fertigstellung der S-Bahnstrecke von Radebeul Ost über Coswig bis nach Meißen Triebischtal, einschließlich der Inbetriebnahme des Haltepunktes Meißen-Altstadt, wird – vorbehaltlich der Erteilung des Planrechts – bis 2014 abgeschlossen sein. Bis 2016 werden die Bauarbeiten im Streckenabschnitt zwischen Dresden-Neustadt und Radebeul Ost sowie teilweise im Bereich des Bahnhofs Coswig fertig gestellt. 

3. Das Gesamtvorhaben „Eisenbahnknoten Dresden“
Bei den Bauarbeiten im Eisenbahnknoten Dresden handelt es sich um eines der größten regionalen Eisenbahn-Bauvorhaben. In die grundlegende Erneuerung der Eisenbahninfrastruktur im Großraum Dresden investiert die DB seit Ende der neunziger Jahre bis 2016 insgesamt mehr als eine Milliarde Euro. Ziel ist es, auf der Basis einer modernen Infrastruktur die Grundlage für ein leistungsfähigeres Angebot, eine bessere Anbindung des sächsischen Wirtschaftsraums auf der Schiene sowie kürzere Fahrzeiten für die Reisenden zu schaffen.

Quelle: DB

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