Eishockey: Sind die Dresdner Eislöwen zu retten?

Gesellschafter und Aufsichtsrat der Dresdner Eislöwen schaffen Grundlagen zum Erhalt des Bundesliga-Eishockeys in Dresden. Gespräche mit der Stadt Dresden gestalten sich zufriedenstellend. Lesen Sie mehr unter www.dresden-fernsehen.de. +++

Die Gesellschafter der Betriebsgesellschaft ESCD Dresden mbH, der Stammverein ESC Dresden e.V. und der Aufsichtsrat des Vereins haben sich mit einem klaren Votum zum Eishockeystandort Dresden bekannt. Mit der Abgabe von Patronatserklärungen sowie durch eine Erhöhung des Stammkapitals haben die Club-Eigentümer die Grundlage für den Fortbestand des Dresdner Zweitliga-Eishockeys geschaffen. Weiterhin wurde eine Veränderung der Stimmanteile innerhalb der Gesellschaft beschlossen. Bisher hielt der Stammverein ESCD e.V. den Großteil der Stimmen innerhalb der Gesellschaft. In einer konstruktiven Debatte und nach Ratifizierung durch den Aufsichtsrat des ESCD e.V. konnte nun eine Lösung herbeigeführt und die rettenden Maßnahmen durch die Gesellschafter auf den Weg gebracht werden.

„Wir sind glücklich, dass sowohl die Gesellschafter, als auch der Stammverein ESCD e.V. und der Aufsichtsrat des Vereins zu einer einvernehmlichen Lösung gekommen sind, um das Zweitliga-Eishockey in Dresden zu erhalten. Dafür gebührt allen Beteiligten ein großes Dankeschön. Alle sind sich der Sachlage bewusst und haben aufgrund des Ernstes der Situation die richtigen Entscheidungen getroffen“, sagte Geschäftsführer Matthias Broda im Anschluss an die Zusammenkunft, betonte allerdings, dass dies nur der erste Schritt wäre, um die Insolvenz der Betriebsgesellschaft ESCD Dresden mbH zu vermeiden.

Für die endgültige Beseitigung der bilanziellen Überschuldung bedarf es noch der Unterstützung durch die Landeshauptstadt Dresden. Die noch offenen Mietzahlungen aus den Spielzeiten 2008/09 und 2009/10 sollen mit Hilfe eines qualifizierten Rangrücktrittes langfristig beglichen werden. Der qualifizierte Rangrücktritt ist allerdings dringend erforderlich, um diese Verbindlichkeiten in  der insolvenzrechtlichen Überschuldungsbilanz der Gesellschaft nicht ausweisen zu müssen. Mit einem lang angelegten Zahlungsplan sollen dann die Außenstände beglichen werden. „Wir sind nicht in der Lage, diese hohen Außenstände auf einen Schlag zu bedienen, stehen aber zu unserer Schuld und möchten diese auch entsprechend abtragen. Die Gespräche bezüglich eines Rangrücktritts mit der Stadt gestalten sich sehr zufriedenstellend, allerdings fehlt uns bisher eine verbindliche Zusage seitens des Rathauses, obwohl grundlegend die Bereitschaft signalisiert wurde, unseren Weg der Sanierung mitzugehen. Wir stehen noch immer mit dem Rücken zur Wand und die Zeit läuft gegen uns“, erklärte Broda, der bis Ende Mai die Lizenzunterlagen für die 2. Bundesliga bei der Eishockey-Spielbetriebsgesellschaft (ESBG) in München einreichen muss.

Für die Lizenzerteilung sieht der Geschäftsführer keine Probleme, sofern die Stadt dem qualifizierten Rangrücktritt zustimmt. Der Etat für die neue Spielzeit wurde auf den Weg gebracht, Unbedenklichkeitsbescheinigungen seitens des Finanzamtes, der Krankenkassen und der Berufsgenossenschaft liegen vor. Weiterhin sind bereits 80% der geplanten Sponsoringeinnahmen durch Verträge untermauert. „Der Etat ist sehr konservativ geplant und wir erachten ihn als realistisch. Alle Zahlen sind belegbar, so dass wir davon ausgehen, dass unsere Lizenzunterlagen der Prüfung durch die ESBG standhalten werden. Sofern neue Sponsorengelder aquiriert werden, können wir den Etat gleitend erhöhen“, gibt sich Broda optimistisch. Einsparungen wurden vor allem in den Personalkosten der Geschäftsstelle und im sportlichen Bereich vorgenommen. „Wir wollen nur das ausgeben, was wir auch einnehmen. Das hier Einschnitte in Kauf genommen werden müssen, ist klar. Uns geht es allerdings um den Erhalt des Eishockey-Standortes und nicht um den kurzfristigen Erfolg in der kommenden Saison. Die Sanierung der BG ESCD Dresden mbH muss oberstes Ziel sein. Deshalb werden wir zukünftig auch im sportlichen Bereich wesentlich kleinere Brötchen backen müssen. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass unsere sportliche Leitung auch aus wenigen finanziellen Mitteln eine Mannschaft mit Perspektive formen kann, so dass der sportliche Klassenerhalt erreicht werden kann. Unbestritten bleibt dennoch, dass die kommende Saison sowohl finanziell, als auch sportlich keine einfache Aufgabe werden wird“. (ar)

Quelle: Pressestelle ESCD Dresden mbH

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