Eispiraten Crimmitschau kassieren erneut Heimniederlage

Daniar Dshunussow hat alles richtig gemacht: der Wolfsburger Förderlizenzgoalie wollte sich mit seiner Zweitliga-„Bewerbung“ Spielpraxis verschaffen und stand gestern bei dem Verein im Tor, bei dem es wahrscheinlich derzeit die meiste Arbeit zwischen den Torstangen zu verrichten gibt: den Crimmitschauer Eispiraten. Mit dem 0:2 gegen haushoch überlegene Schwenninger Wild Wings war die völlig verunsicherte Truppe richtig gut bedient. Dshunussow hatte daran einen großen Anteil. Aber die Probleme der diesjährigen Sahnpark-Hausherren liegen wohl eh nicht im Tor.

Was die Crimmitschauer Feldspieler da nämlich gestern aufs Eis „zauberten“, erinnerte fatal an das, was sich die Sahnparkgänger im letzten Jahr antun mussten: technisch, taktisch, läuferisch und körperlich derart unterlegen hat sich das Team in dieser Saison noch nicht präsentiert. Was bedenklich stimmt, ist die diesbezügliche Abwärtsspirale. Während andere Teams sich finden, verliert die Mannschaft von Wayne Hynes Woche für Woche mehr von dem, was die Fans in den ersten Partien noch begeisterte. Stures Dump&Chase war es, was der Eispiraten-Coach spielen liess – das Problem: in 70% der Fälle waren die Gäste schneller an der Scheibe und kamen eigentlich fast immer mit dem Puck aus der Ecke wieder heraus. Silverthorne im Schwenninger Kasten fror nicht umsonst.

Allein am Fehlen von Scott Champagne kann man das nicht mehr festmachen. Es steht eher zu befürchten, dass der Kanadier, der sich in seinen bisherigen Einsätzen als Motor und Ideengeber des Angriffsspiels erwies, mit seiner Kreativität in einer Mannschaft versauern wird, in der kaum ein Spieler derzeit in der Lage scheint, einen Puck anzunehmen.

Möglich, dass das mit der zunehmenden Verunsicherung im Team zu tun hat. Aber das ist eine Baustelle, die der Coach zu beheben hat. Kann man darauf hoffen, dass Wayne Hynes dafür der richtige Mann ist? Man darf es zumindest mittlerweile bezweifeln. Das sehen wohl auch die Verantwortlichen so: wie sonst ist es zu erklären, dass mit Roland Frisch gestern ein Mann die sechzig Minuten auf der Bank verbrachte, der selbst keinerlei Erfahrung als Trainer hat? Der Sinn dieser Maßnahme hat sich – auch aus diesem Grund – nicht vielen Zuschauern erschlossen, es sei denn, und hier schliesst sich die Kette, es ging einzig um Motivationshilfe für das Team. Vertrauen in die Fähigkeiten des eigenen Trainers sieht anders aus.

Die Wild Wings präsentierten sich jedenfalls wesentlich überlegener, als es das 0:2 aussagt, und konnten für ihre Sonntagspartie trotzdem noch Körner aufsparen.

Quelle:   www.etconline.de