Eispiraten Crimmitschau – Steelers Bietigheim-Bissingen

Das erste Kapitel der Mission Platz 10 ging für die Eispiraten nicht gut aus. +++Hier alle Tore des Spiels+++

Gegen den direkten Konkurrenten aus Bietigheim setzte es eine 3:4-Niederlage nach Verlängerung. In einem unansehnlichen Spiel gelang es den Gästen einfach besser, die Fehler des Gegners auszunutzen, und so konnten sich die Baden-Württemberger bis auf einen Punkt an die Ziesche-Truppe heranarbeiten. Da auch die Freiburger Wölfe ihr Match gewannen, zeichnet sich ein Dreikampf um den wohl letzten vakanten Pre-PlayOff-Platz ab.

Von Beginn an entwickelte sich ein von Fehlern auf beiden Seiten geprägtes Match, in dem beiden Teams die Nervosität und die Angst vor dem Gegentreffer anzumerken war. Den ersten entscheidenden Bock schossen dabei die Hausherren, die nicht zum letztenmal an diesem Abend außerstande waren, einen schon sicheren Puck zu klären. Geipel schoss von der blauen Linie, und das deutlich vernehmbare „Pling“ des Innenpfostens und die hochgerissenen Arme der Gäste brachten den 1674 Zuschauern im Sahnpark die erste Ernüchterung des Abends. Tief stehende Gäste machten es den Rot-Weissen zwar wirklich schwer, zu ernstzunehmenden Offensivaktionen zu kommen, aber was den Eispiraten zum Thema Angriff einfiel, war auch nicht der Rede wert. Es bedurfte schon eines Stellungsfehlers in der Steelers-Abwehr, damit Richard Mueller seine Schnelligkeit ausspielen konnte und auch Cinibulk mit einem schönen Handgelenkschuss keine Chance liess.

Unbeantwortet blieb das indes nicht: knapp vier Minuten später schlug Bietigheim erneut zu und ging so mit einem 2:1-Vorsprung in die erste Drittelpause. Und das, nachdem die Steelers bewiesen hatten, dass die fetten Jahre im Ellental nicht umsonst vorerst vorbei zu sein scheinen: so schlecht hatte sich das Team seit vielen Jahren nicht im Sahnpark präsentiert. Es gab da halt nur einen Gegner, der noch ein wenig schlechter war: die Eispiraten. Um das hier auch gleich anzumerken: das Schiedsrichter-Trio passte sich dem Niveau der Begegnung nahtlos an.

Das zweite Drittel zeigte ein paar Minuten lang, warum sich Crimmitschau überhaupt noch Hoffnungen auf Platz 10 machen kann: für eine kurze Phase, auch begünstigt durch eine Bietigheimer Strafzeit, dominierte das Team den Gegner, und nach einem Blueliner von Neuzugang Filip Björk, der ein solides Debüt in der Verteidigung bot, fälschte Bembridge zum Ausgleich ab.
Nach zehn folgenden Minuten des Elends (das komplette Drittel 2 endete mit handverlesenen 4 zu 4 Torschüssen) zeigten sich die Gäste ein weiteres Mal als bessere Chancenverwerter, wobei Kaufmann einen Fehler Güttners, der, statt die Hand auf den Puck zu legen, lieber mit den Feldspielern um die Wette stocherte, konsequent bestrafte.

Nach zwei gespielten Dritteln war die Frage mittlerweile durchaus angebracht, ob die Rot-Weissen eigentlich wussten, um was es in diesem Spiel geht. Piraten, die mit dem Messer zwischen den Zähnen ihr Revier verteidigen, gab es jedenfalls keine. Enttäuschend!
Dass auch der letzte Durchgang keine großartige Besserung brachte, überraschte dann folgerichtig kaum noch jemanden. Die Steelers standen hinten drin und spielten die Pucks in hohem Bogen aus der Verteidigungszone, die Eispraten spielten den Puck wieder rein, mit Schmackes in die Ecke oder auch ohne, ohne das die Angreifer Profit daraus ziehen konnten. Schlimm anzuschauen, und auch folgenlos für die Ergebnisanzeige. Hätte nicht Schiedsrichter Niejodek den Gastgebern zehn Minuten vor Schluss eine Überzahl zugesprochen und hätte Pienitz nicht einfach mal durchs Gewühl ins Cinibulk-Tor geschossen, wäre gar nichts mehr passiert. So passierte nur eins: den Zuschauern wurden noch weitere zwei Minuten dieses Offenbarungseides von einem Eishockeyspiel zugemutet, bis Latendresse einen Puck, der gefühlte zehn Sekunden frei in Güttners Torraum herumlag, ohne dass sich Eispiraten-Goalie (der zugegebenermaßen behindert wurde) oder ein rot-weisser Verteidiger bemüßigt fühlten, zu klären, ins Netz stocherte. Aus und vorbei, und dass die Zuschauer teilweise schon den einen Punkt als gewonnen betrachteten, sagt fast alles über das Gesehene aus.

Quelle: Spielbericht: http://www.etconline.de/

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