Elefantenjungtier hat gelebt – es erlag schweren Verletzungen

Die pathologische Untersuchung des kleinen Elefanten aus dem Leipziger Zoo hat ergeben, dass das Jungtier zum Zeitpunkt der Geburt gelebt hat. Es erlag den schweren Verletzungen, die ihm seine Mutter zugeführt hat. +++        

Die 26-jährige Elefantenkuh Hoa wurde am Montag zum ersten Mal Mutter. Unmittelbar nach der Geburt attackierte sie jedoch ihr Jungtier und verletzte es tödlich. Die genaue Ursache für den Angriff lässt sich nicht mehr klären. Die Pfleger hatten zu keinem Zeitpunkt die Möglichkeit einzugreifen. 

„Alle an der Vorbereitung und Durchführung der Geburt beteiligten Personen von den Tierpflegern über die Kuratoren und den Tierarzt haben zu jedem Zeitpunkt höchst professionell gearbeitet. Wir verwehren uns gegen Angriffe auf die Kompetenz unserer Mitarbeiter durch externe Akteure, die weder in den Entscheidungsprozess eingebunden waren noch die Rahmenbedingungen kennen“, betont Zoodirektor Dr. Jörg Junhold.

Der Zoo Leipzig hatte sich unter Abwägung aller Risiken und im Bewusstsein der möglichen Gefahren für eine möglichst natürliche, stressfreie Geburtsvariante ohne Ketten entschieden. Hoa hat unter der Geburt die Möglichkeit intensiv genutzt, sich zu bewegen. Das wäre an Ketten so nicht möglich gewesen. 

Zudem wurde das Risiko einer Geburt im Beisein anderer Elefantenkühe auf Grund der Gruppenstruktur, die nicht auf einer natürlich gewachsenen Familiengruppe basiert, für zu hoch eingestuft, so dass darauf verzichtet wurde.

Trotz des Rückschlages wird der Zoo Leipzig bei der Zucht des vom Aussterben bedrohten Asiatischen Elefanten alles tun, um eine funktionierende Zuchtgruppe aufzubauen.