Eltern-Kind Büros vor dem Aus

Dresden - Dem Projekt Eltern-Kind Büros in Dresden droht das Aus. Durch die Stimmen der Dresdner CDU im Sozialausschuss wurde die Entscheidung über die Fördermittel für soziale Projekte an den Stadtrat gegeben. Damit verzögert sich die Geldvergabe an die Projekte, die sich deshalb stark einschränken müssen. Dazu zählt das gerade erst angelaufene Projekt der Mutter-Kind Büros in Gruna, Prohlis und Pieschen.

Stadträtin Pia Barkow kann das Vorgehen der CDU nicht verstehen. Auch das Modellprojekt Eltern-Kind-Büro wartet auf die Genehmigung der Förderung.

Die Einrichtungen bieten Eltern mit Kleinkindern und Babys, kostenlose Räume um in Ruhe zu arbeiten, Sprachförderung zu erhalten oder auch anderen Eltern in der Umgebung zu begegnen, während die Kinder betreut werden.

Das größte Eltern-Kind-Büro in Prohlis verfügt über einen Arbeitsraum mit PCs, ein Spielzimmer und eine Küche mit Aufenthaltsbereich. Erst im letzten Sommer wurde die Einrichtung fertiggestellt. Das Projekt etabliert sich gerade im Stadtteil, wie Anja Stefan vom Träger KulturLeben berichtet.

Neben Mitarbeitern im Bundesfreiwilligendienst sind die Einrichtungen auf ehrenamtliche Helfer aus der Umgebung angewiesen. Jede Einrichtung hat dabei ihre eigenen Bedürfnisse. In Prohlis wird das Eltern-Kind Büro vor allem von vielen Eltern mit Migrationshintergrund besucht. Sie finden hier eine Möglichkeit sich weiterzubilden und zu integrieren. Das Projekt wird in der Nachbarschaft gut angenommen, sodass sich die freiwilligen Helfer rege an der Arbeit im Büro beteiligen.

Trotz des großen Zulaufs an allen Standorten steht das Modellprojekt ohne die Förderung der Stadt Dresden vor dem Aus. Durch die Verzögerung des Beschlusses fehlen bereits jetzt die Mittel um die Eltern-Kind-Büros wie geplant weiterzuführen.

Zur Zeit ist das Projekt ausschließlich auf die Ehrenamtlichen angewiesen. Am Donnerstag wird im Stadtrat über den Etat für die Sozialprojekte abgestimmt. Die Dresdner CDU konnte sich auf Anfrage von DRESDEN FERNSEHEN nicht zum Sachverhalt äußern.