Eltern und Erzieher fordern mehr Personal in Kitas

Dresden - Das Ergebnis der Kita-Umfrage steht fest. Bis zum 1. Mai hatten Eltern, Pädagogen und Kita-Leiter die Möglichkeit, dem Kultusminister per Onlineabstimmung mitzuteilen, in welche Maßnahme mehr Geld fließen soll. 75 Millionen Euro sollen nun in mehr Personal investiert werden.

Insgesamt beteiligten sich über 36.500 Personen an der Umfrage. Abgefragt wurde die Haltung zu vier Vorschlägen. Zum einen handelte es sich um die Verbesserung des Personalschlüssels (kleinere Kita-Gruppen), zum Anderen wurde die Anerkennung von wöchentlich zwei Stunden Vor- und Nachbereitungszeit für Erzieher vorgeschlagen. Darüber hinaus wurde ein zusätzliches Finanzbudget für jede Einrichtung in eigener Verwendung zur Bewertung gestellt. Alternativ konnte man sich auch für die Unterstützung von Kitas mit besonderem Bedarf aussprechen. Dabei sprachen sich die Teilnehmer deutlich für mehr Personal in den Kitas aus. So hielten die Kita-Leitungen mit 87 Prozent mehr Vor- und Nachbereitungszeit für sinnvoll. Die Gruppe der Erzieher votierten mit 83 Prozent für diesen Vorschlag, die Eltern mit 62 Prozent. Allerdings hielten 83 Prozent der Eltern auch eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels für sinnvoll.

© Sächsische Staatskanzlei | Pawel Sosnowski

CHRISTIAN PIWARZ (CDU)

"Wir werden im nächsten Landeshaushalt ausreichend Mittelvorsehen, um den [Erziehern] neben ihrer pädagogischen Tätigkeit zusätzliche Zeit für die Vor- und Nachbereitung zu ermöglichen", so der Kultusminister. "Es ist klar geworden, dass sich alle Beteiligten mehr Qualität an sächsischen Kitas wünschen. Auch einen besseren Personaleinsatz, nämlich, dass es dahingehend wirksam wird. Deswegen haben wir uns mit dem Beirat entschieden, als nächsten Schritt mehr Vor- und Nachbereitungszeit zu etablieren, weil wir am ehesten davon ausgehen, dass diese Qualitätsverbesserung bei den Kindern ankommt.", so Piwarz weiter. Doch diese Veränderung könnte auch bedeuten, dass Kitas künftig mehr Personal benötigen. "Ganz viele Erzieher sind derzeit in Teilzeit beschäftigt, da ist auch die Frage ob Möglichkeiten bestehen, durch entsprechende Änderungen in den Arbeitsverträgen dort Arbeitsvermögen zu heben. Wie gesagt, die Erzieher haben ja dann die Möglichkeit, die Vor- und Nachbereitungszeit losgelöst von der Arbeit am Kind zu bewerkstelligen und werden dann entsprechend dafür bezahlt. Aber wir müssen uns auch darüber Gedanken machen, wie wir mehr junge Leute dazu überzeugen nicht nur in die Ausbildung zu gehen, sondern, wenn sie dann fertig werden, auch in den Erzieherberuf selber hineingehen, obwohl sie auch andere Einsatzmöglichkeiten haben", so der Minister abschließend.

MARION JUNGE (DIE LINKE)

"Weniger als einen Euro pro betreutem Kind und Tag will die Sächsische Staatsregierung in die Verbesserung der Kindertagesbetreuung investieren. Das ist ein winziges Tröpfchen auf einen kochend heißen Stein.", so die Kita-Sprecherin der Fraktion "Die Linke" Marion Junge. "Dafür wurde mit viel Brimborium und erheblichem finanziellen Aufwand eine zweiwöchige Internet-Befragung der Kita-Leiter, Erzieher und Eltern inszeniert, deren Auswertung dann immerhin noch drei Wochen dauerte. Wenig überraschend war das Ergebnis genau dasselbe, welches ich nach meiner einwöchigen Kita-Tour durch Sachsen vom 16.04. bis zum 23.04. feststellen konnte. Höchste Priorität haben die Verbesserung der Betreuungsschlüssel und die Anrechnung der Vor- und Nachbereitungszeiten in der Kindertagesbetreuung. Allerdings hat meine Kita-Tour im Unterschied zu der Umfrage außer ein paar Benzinkosten und meiner Zeit nahezu nichts gekostet."

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