Endlich schwanger – und nun? Diese Schritte sind jetzt wichtig

Für viele Frauen und Paare ist es ein absoluter Herzenswunsch. Manches Paar muss Jahre lang auf den Moment warten – wenn es dann tatsächlich endlich so weit ist, steht man gefühlt vor einem Berg an Aufgaben, die es zu bewältigen gilt. Mit dem Beginn einer Schwangerschaft, beginnt auch ein neuer Lebensabschnitt. Grund genug einmal genauer hinzusehen und zusammenzufassen, was jetzt erst einmal besonders wichtig ist.

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Allerdings muss man sich in diesem Augenblick auch nicht zu viel auf einmal aufhalsen. Immerhin dauert so eine Schwangerschaft rund neun Monate. Zeit genug also, um die Wohnung oder das Haus in Ruhe auf den neuen kleinen Erdenbürger vorzubereiten. Bevor es also losgehen, mit dem Einrichten des Kinderzimmers, dem Kauf eines Kinderwagens, einer Babyschale und der berühmt berüchtigten Erstlingsausstattung, müssen ein paar andere Dinge erledigt werden.

Wenn der Verdacht da ist, dass eine Frau schwanger sein könnte, ist der erste wichtige Schritt, der zum Frauenarzt. Denn nur der kann zweifelsfrei feststellen, ob eine Schwangerschaft vorliegt. Dazu kommt, dass in der Arztpraxis kontrolliert wird, ob es sich vielleicht um eine gefährliche Eileiterschwangerschaft handelt oder ob mit dem noch so jungen Leben im Bauch der Mutter alles in Ordnung ist.

Auch die Bestimmung der Schwangerschaftswoche (SSW) und des Stichtages sind jetzt wichtig, da diese maßgeblich dafür sind, wann die Mutterschutzfrist auf der Arbeit beispielsweise beginnt. Natürlich kann man diese Daten heute auch ungefähr selbst berechnen. Wirklich korrekte Annäherungswerte wird aber am ehesten der zuständige Frauenarzt oder die behandelnde Frauenärztin liefern können.

Nach dem ersten Arztbesuch herrscht in vielen Fällen bereits Klarheit. Es gibt aber auch die wenigen Frauen, die schon sehr früh spüren, dass sie schwanger sind und zu einem Zeitpunkt zum Arzt gehen, wenn in der befruchteten Eizelle noch gar kein Herzschlag zu erkennen ist. Dann wird der Arzt noch keinen Mutterpass ausstellen, sondern einen neuen Termin mitgeben.

Am Anfang steht der Mutterpass

Er ist eines der wichtigsten Dokumente in der Schwangerschaft – der Mutterpass. Hier werden alle wichtigen Untersuchungsergebnisse eingetragen. Die Blutwerte und das Gewicht der Mutter ebenso wie die Werte des ungeborenen Kindes. Für werdende Mütter, die Leistungen nach dem SGB II (sogenannte Hartz-IV-Leistungen) beziehen, ist es direkt nach Erhalt des Mutterpasses auch an der Zeit, diesen im Jobcenter einzureichen.

Denn es besteht Anspruch auf einen Mehrbedarf für Schwangere sowie auf eine Erstausstattung mit Schwangerschaftsbekleidung. Später dann auch auf eine Erstausstattung bei Geburt des Kindes. Außerdem ist es jetzt an der Zeit für berufstätige Frauen, ihren Arbeitgeber anzusprechen. Das hat einen einfachen Hintergrund. Ab Beginn der Schwangerschaft stehen Frauen unter einem besonderen Schutz.

Überstunden, Nachtarbeit und besonders schwere Arbeiten sind nicht mehr erlaubt. Auch Tätigkeiten, die mit einem besonderen Infektionsrisiko verbunden sind, sollten gemieden werden. In diesem Fall stellt der Arzt mit Sicherheit von Anfang an ein Beschäftigungsverbot aus. Außerdem genießen Frauen in der Schwangerschaft einen besonderen Kündigungsschutz. All diese Ansprüche, die schwangere Frauen gegen ihren Arbeitgeber haben, kann dieser natürlich nur gewähren, wenn er von der Schwangerschaft weiß.

Direkt das Blut untersuchen lassen

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Eine der wichtigsten Untersuchungen direkt zu Beginn der Schwangerschaft, ist die Blutuntersuchung. Wie sehen zu Beginn der Schwangerschaft die Eisenwerte aus? Gerade

Eisenmangel kommt in der Schwangerschaft sehr häufig vor, da der Eisenbedarf in einer Schwangerschaft rapide ansteigt.

Ein anderer sehr wichtiger Nährstoff ist beispielsweise Folsäure oder Folat. Vor allem in der Schwangerschaft und in der Stillzeit ist es wichtig, dass Schwangere auf eine ausreichende Folat Zufuhr achten. Damit das optimal funktioniert, muss klar sein, dass Folat der Name des Nährstoffes ist, der in natürlicher Form vorkommt und Folsäure der Name der künstlichen Nährstoffvariante. Im Endeffekt sind beide Formen weitgehend identisch und können gleichermaßen verwendet werden. Wie wichtig das Thema Ernährung in der Schwangerschaft ist, zeigt der Umstand, dass die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für diesen Bereich eigens Handlungsempfehlungen für alle Berufsgruppen, die mit Schwangeren zu tun haben, erlassen hat. Neben dem deutlich erhöhten Nährstoffbedarf in der Schwangerschaft, erhöht sich nun nach und nach auch der Energiebedarf. Allerdings nur leicht und bei weitem nicht in der Geschwindigkeit, wie der Nährstoffbedarf.

Das bedeutet im Klartext, dass es jetzt besonders wichtig ist, auf eine ausgewogene und gute Ernährung zu achten. Die Nährstoffdichte in der Nahrung muss in dieser Zeit besonders hoch sein, damit Mutter und Kind wirklich optimal mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt werden.

Auf manches muss Frau verzichten – aber nicht auf alles

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Wer raucht sollte spätestens, wenn die Schwangerschaft feststeht, am besten schon bei Manifestation des Kinderwunsches, mit dem Rauchen aufhören. Es gibt ausreichend Studien, die den negativen Einfluss von Nikotin und Alkohol auf ein ungeborenes Kind belegen. Das wiederum bedeutet, dass in dieser Phase auch Alkohol tabu sein sollte. Worauf auf keinen Fall verzichtet werden muss ist Sport. Sport in der Schwangerschaft bringt zahlreiche Vorteile mit sich, bis hin zu deutlich weniger Beschwerden unter der Geburt. Wichtig ist dabei nur, dass Schwangere, die vollkommen untrainiert sind, jetzt nicht unbedingt mit Ausdauersport anfangen sollten. Wer aber regelmäßig joggen geht und das schon seit Jahren, der

kann auch weiterhin seine Runden drehen. Wichtig ist allerdings, dass solche sportlichen Aktivitäten mit dem behandelnden Frauenarzt abgesprochen werden.

Es gibt übrigens ganz speziell für Schwangere auch interessante Angebote wie beispielsweise Schwangerschaftsgymnastik oder Wassergymnastik für Schwangere. Diese Angebote können meist direkt im Krankenhaus oder bei entsprechend ausgebildeten Trainerinnen und Trainern in privaten Studios wahrgenommen werden. Weitere Information zu Angeboten in der eigenen Region findet man dazu beispielsweise in der Schwangerschaftsberatung. Diese wird entweder von der Stadt, in der man lebt, selbst oder vom Krankenhaus, in dem die Entbindung stattfinden soll, angeboten.

Diese Dinge müssen frühzeitig geregelt werden

Wichtig ist es auch schon in der Anfangsphase der Schwangerschaft zu überlegen, ob eine Hebamme zur Nachsorge in Anspruch genommen werden soll oder nicht. Da in Deutschland in den letzten Jahren ein echter Mangel an Hebammen herrscht, kann die Empfehlung diesbezüglich nur lauten, sich frühzeitig nach einer Hebamme umzusehen.

Dann macht es Sinn schon jetzt mit dem behandelnden Arzt zu sprechen und abzuklären, welche zusätzlichen Untersuchungen gemacht werden sollen. Kassenpatienten erhalten standardmäßig nur eine sehr geringe Zahl an Ultraschalluntersuchungen. Viele Gynäkologen gehen heute hin und bieten zusätzlich zu den Kassenleistungen weitere Ultraschalluntersuchungen an – natürlich gegen eine entsprechende Gebühr. In manchen Praxen ist an dieser Stelle sogar ein 4D Ultraschall dabei. Wenn dem nicht so sein sollte, ist es sehr empfehlenswert sich in eine Praxis oder ein Krankenhaus überweisen zu lassen, in dem diese Untersuchung gemacht werden kann. Eine Begründung für die Anforderung einer 4D Untersuchung sollte sich leicht finden lassen.

Der Vorteil der 4D Untersuchung ist dabei nicht nur der Umstand, dass die Bilder schöner sind. Mit Hilfe der 4D Ultraschalltechnik kann die Haut des Babys bereits erkannt werden. Für den Fall, dass es zu Fehlbildungen wie beispielsweise einer Hasenscharte kommt, können diese mit Hilfe eines 4D Ultraschalls deutlich schneller und vor allem besser gefunden werden.

Es beginnt eine neue Zeit

Mit Beginn der Schwangerschaft beginnt auch eine neue Zeit – für die werdende Mutter, das Elternpaar und natürlich auch für die Großeltern, soweit vorhanden. Nach der Geburt kommt in den meisten größeren Städten inzwischen schon eine Mitarbeiterin des Jugendamtes zu Besuch, um zu schauen wie es Mutter und Kind geht und um offene Fragen zu beantworten. Diese Mitarbeiter/innen sind bestens ausgebildet und können eine Menge wertvoller Tipps geben. Sorge oder gar Angst vor ersten Berührungen mit dem Jugendamt sind an dieser Stelle völlig unangebracht und unnötig.

Kommen in der Schwangerschaft hingegen Fragen auf, müssen diese bevorzugt mit dem behandelnden Frauenarzt besprochen werden. Die Schwangerschaft ist eine ebenso spannende wie schöne Zeit. Sie bietet 9 Monate Zeit, die werdenden Eltern und die künftige Familienhöhle ganz in Ruhe vorzubereiten und dafür zu sorgen, dass am Ende alles so ist, wie Mama und Papa sich das für das neue Familienmitglied vorstellen.

Quellen

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