Enkeltrick-Betrüger in Sachsen

Am Donnerstag kam es im Bereich der Polizeidirektion Chemnitz insgesamt zu elf versuchten Enkeltrick-Betrügen.

Chemnitz

Gegen 8.50 Uhr meldete sich ein Unbekannter telefonisch bei einer 76-jährigen Seniorin in der Albrecht-Thaer-Straße in Reichenbrand. Er gab sich als naher Verwandter aus und benötige dringend Geld. Der Rentnerin fiel der Schwindel sofort auf und sie beendete das Gespräch.

In Adelsberg erhielt gegen 10.20 Uhr ein Rentner (74) in seiner Wohnung in der Dreiserstraße einen Anruf von seinem angeblichen Neffen. Der Unbekannte sprach mit ausländischem Akzent und bat um 16.000 Euro, die dann etwa 10 bis 15 Minuten später übergeben werden sollten, ohne einen konkreten Ort dafür zu nennen. Das Gespräch wurde beendet. Zu einer Übergabe des Geldes kam es nicht.

Bei einem 69-Jährigen in Harthau, in der Straße Alte Harth, meldete sich gegen 10.30 Uhr ein Mann, gab sich als Patenkind aus und bat um

23.000 Euro. Der Anrufer legte auf, als ihm der Rentner zu verstehen gab, das Geld nicht so schnell beschaffen zu können.

Im selben Ortsteil wurde kurze Zeit später, gegen 11 Uhr, eine 73-jährige Seniorin Am Feldrain angerufen. Bei ihr wollte der Anrufer den Eindruck erwecken, ein ferner Bekannter zu sein und gab an, Geld für eine Eigentumswohnung zu benötigen. Eine konkrete Summe nannte er dabei nicht. Als die Frau dem Unbekannten sagte, dass sie die Polizei informieren werde, wurde das Gespräch beendet.

Am Donnerstagmittag erhielt eine Seniorin (Alter nicht bekannt) im Yorckgebiet in der Zeisigwaldstraße einen Anruf von einem Mann, der sich als ihr Enkel ausgab und mitteilte, Geldprobleme zu haben. An der Stimme erkannte die Frau aber sehr schnell, dass es sich nicht um ihren wirklichen Enkel handeln kann und legte sofort auf.
In Reichenbrand rief eine Frau bei einer Seniorin (Alter nicht bekannt) an und gab vor, eine Bekannte zu sein. Sie würde für eine Eigentumswohnung 10.000 Euro benötigen. Auch wollte die Unbekannte wissen, ob die Seniorin Geld auf ihrem Sparbuch hat oder ob sie Bargeld im Hause habe. Alle Fragen blockte die Frau ab und das Gespräch wurde beendet.

Gegen 12.30 Uhr ging eine 79-Jährige im Ortsteil Kapellenberg ans Telefon in ihrer Wohnung in der Stollberger Straße. Am anderen Ende der Leitung meldete sich ein Mann und gab sich als Verwandter der Frau aus. Als die Rentnerin nach dem konkreten Namen des Anrufers fragte, legte dieser sofort auf. Der Unbekannte kam gar nicht dazu, konkrete Geldforderungen zu stellen.

Am Donnerstagnachmittag, gegen 14.50 Uhr, klingelte bei einer 74-Jährigen im Zentrum von Chemnitz in der Brückenstraße das Telefon. Die Person am anderen Ende der Leitung war sehr schwer zu verstehen, weshalb die Rentnerin davon ausging, dass sie von einer Bekannten angerufen wird. Als es im Gespräch um Geld ging, wurde die 74-Jährige hellhörig und erkannte den versuchten Betrug. Das Gespräch wurde beendet.

Revierbereich Rochlitz

Ein unbekannter Mann rief gegen 15 Uhr in Lunzenau bei einer Frau (nähere Angaben liegen derzeit nicht vor) in der Schlaisdorfer Straße an. Er gab sich als ihr Enkel aus, erzählte von einer Eigentumswohnung, die er kaufen möchte und dafür ihre Hilfe benötigen würde. Konkrete Forderungen nach Geld stellte er nicht, sagte der Frau aber, er wolle sich nochmals bei ihr melden und vorbeikommen. Beides tat er nicht.

Revierbereich Annaberg

In Thum versuchte ein Mann, gegen 15 Uhr, Geld von einer 77-Jährigen in der Straße Am Kraftberg im Ortsteil Herold zu ergaunern. Er rief bei der Frau an und gab sich als ihr Neffe aus. Er bat die Seniorin um Geld, welches er für eine Wohnung benötigen würde. Die beiden sprachen noch kurz miteinander, wobei die Frau dem Anrufer noch mehrere Fragen zur Person stellte. Der Unbekannte beendete das Gespräch.

Revierbereich Marienberg

Gegen 11 Uhr erhielt eine 87-Jährige in Großolbersdorf in ihrer Wohnung im Hohndorfer Kirchweg einen Anruf. Der angebliche Neffe erzählte der Seniorin, dass er Geld für einen Immobilienkauf benötigen würde und bat um mehrere tausend Euro. Nach Beendigung des Gesprächs rief die Frau bei ihren „echten“ Verwandten an und der Schwindel flog auf.

In keinem der Fälle kam es zu einer Geldübergabe. Bei den bislang unbekannten Anrufern handelt es sich sowohl um Männer als auch um Frauen. Sie sprachen teilweise deutsch ohne jeglichen Dialekt, mit Dialekt oder mit ausländischem Akzent. Ob die insgesamt elf versuchten Enkeltrick-Betrügereien in einem Zusammenhang stehen, müssen die Ermittlungen zeigen.

Auch wenn es in keinem der genannten Fälle zu einer Geldübergabe kam, warnt die Polizei wieder vor dieser Betrugsmasche. Lassen Sie sich auf keine Geldforderungen am Telefon ein, gleich welcher Art und aus welchem Grund. Beenden sie im Zweifel das Gespräch und rufen die Polizei. Auch bringt eine Nachfrage bei den „echten“ Verwandten oder Bekannten schnell Klarheit.