Enormer Lehrerbedarf in Sachsen: Bis zu 2000 Lehrer jährlich

In Vorbereitung des neuen Schuljahres am Montag wurden zunächst 775 Lehrerstellen neu besetzt. +++

Interview mit Brunhild Kurth (CDU), Kultusministerin Sachsen (Im Video)

Mit Schulstart am kommenden Montag beginnen auch hunderte neue Lehrer ihren Dienst an Sachsens Schulen. „Damit kann das neue Schuljahr reibungslos starten und ohne nennenswerte Probleme verlaufen“, sagte Kultusministerin Brunhild Kurth.

In Vorbereitung des neuen Schuljahres wurden 775 Lehrerstellen neu besetzt. Die meisten Einstellungen gab es im Grundschulbereich (245), gefolgt von den Oberschulen (222), Förderschulen (130), Gymnasien (122) und Berufsbildenden Schulen (56).

Zusätzlich werden mit Schulbeginn 52 Spezialisten wie z.B. Zupfinstrumentenbauer in den Berufsschulen oder als Sorbisch-Lehrer an den sorbischen Schulen beschäftigt. Mit den bereits im Februar unbefristet eingestellten 150 Lehrern beläuft sich die gesamte Einstellungszahl in diesem Jahr damit auf 977 neue Lehrkräfte.

Demgegenüber sind bis zum Ende des abgelaufenen Schuljahres 543 Lehrer in Rente gegangen. „Wir haben jeden Lehrer ersetzt, der in den wohlverdienten Ruhestand getreten ist. Zusätzlich beschäftigen wir weitere Lehrer, um den Aufwuchs von rund 4.000 Schülern Rechnung zu tragen“, begründet Kultusministerin Brunhild Kurth das große Einstellungsprogramm. Zur Verbesserung der Unterrichtssituation werden darüber hinaus 100 Lehrer über das Programm Unterrichtsversorgung beschäftigt.

„Mit diesem Programm können wir flexibel auf drohenden Unterrichtsausfall reagieren. Sollte sich im Verlauf des Schuljahres zeigen, dass altersbedingt mehr Lehrer krank werden, dann werden wir weitere Lehrkräfte über dieses Programm beschäftigen. Dafür wird ausreichend Geld zur Verfügung stehen“, so die Kultusministerin.

Mit Blick auf die enormen Einstellungszahlen in den kommenden Jahren mit bis zu 2.000 Lehrern jährlich sieht Kultusministerin Brunhild Kurth im konstruktiven Miteinander der älteren und jüngeren Lehrergenerationen eine bildungspolitische Schwerpunktaufgabe. „Ich wünsche mir, dass beide Seiten offen füreinander sind. Ältere und jüngere Kolleginnen und Kollegen können voneinander lernen und müssen zusammenarbeiten, sonst kann gute Schule nicht gelingen“, so die Ministerin. Um das Zusammenwachsen der Lehrergenerationen zu befördern, hat das Kultusministerium Fortbildungsprogramme aufgelegt, die sowohl von älteren als auch jüngeren Lehrinnen und Lehrer genutzt werden können. So gibt es für Nachwuchslehrer ein Fortbildungsprojekt, das sie in ihrer Berufseinstiegsphase unterstützen soll. „Was in den ersten Jahren gelingt oder eben nicht gelingt, prägt Lehrerinnen und Lehrer meist ihr ganzes Berufsleben. Die begleitete Berufseinstiegsphase soll Nachwuchslehrer in ihrer neuen Berufsrolle stärken. Sie sollen dabei Fähigkeiten erwerben, die ihnen helfen, den alltäglichen Belastungen des Schulalltages zu bestehen“, so Brunhild Kurth. Um den Generationswechsel in den Lehrerzimmern zu managen, hat das Sächsische Bildungsinstitut zudem eine Vielzahl von Fortbildungskursen für Führungskräfte entwickelt. Die Fortbildungskurse werden z. B. für Schulleiter und Fachleiter, Fachberater oder Mentoren angeboten.

Nach vorläufigen Angaben wird im Vergleich zum Vorjahr (437.448 Schüler*) im neuen Schuljahr die Zahl der Schüler an den 1.738** öffentlichen und freien Schulen auf rund 441.500 ansteigen. *Quelle: Amtliche Schulstatistik 2013/14 des Statistischen Landesamtes Sachsen **Quelle: Kultusministerium (Stichtag 15. August 2014)

Quelle: Medienservice Sachsen

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