Entsetzen und Bestürzung über tödliche Messerattacke in einem Jobcenter

Der tödliche Angriff auf eine Kollegin im Jobcenter in Neuss hat die Beschäftigten der Arbeitsagenturen und Jobcenter in Sachsen, Sachsen- Anhalt und Thüringen tief bestürzt und verunsichert.

Seit Jahren versucht die Bundesagentur für Arbeit (BA) durch verschiedenste Maßnahmen der Prävention dem Umstand Rechnung zu tragen, dass es immer häufiger zu aggressiven Handlungen gegenüber den Beschäftigten gekommen ist.

„Es ist richtig, dass es keinen 100%igen Schutz gibt bzw. geben wird. Gleichwohl sehen wir Entscheidungen in der Politik und der BA sehr kritisch.

Richtig ist, dass eine Vertrauensbasis zu den Kunden aufgebaut werden soll und muss. Sowohl zu den Arbeitgebern als auch zu den Arbeitsuchenden.

Vor diesem Hintergrund ist die politische Entscheidung, 15 000 Stellen bis zum Jahr 2015 zu kürzen, nicht nachvollziehbar“, so die Einschätzung von Angelika Nikisch, der zuständigen Fachbereichsleiterin für den Bereich der BA.

Der bevorstehende Wandel am Arbeitsmarkt, zunehmender Fachkräftemangel, demographische Veränderungen sowohl bei den Kunden als auch bei den Beschäftigten erfordern einen verbesserten Betreuungsschlüssel. Gerade bei Langzeitarbeitslosen mit mehrfachen Vermittlungshemmnissen muss dafür gesorgt werden, dass diese wieder Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt haben.

Stellenkürzungen und ständige Reformen verschärfen den Zeitdruck und verhindern damit die Schaffung eines notwendigen Vertrauensverhältnisses. Gleiches gilt für die Leistungsgewährung. Diese muss zeitnah und rechtlich richtig durch gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erfolgen.

Der ver.di Landesbezirksfachgruppenvorstand BA bekundet sein Mitgefühl gegenüber der Familie, den Freunden sowie den Kolleginnen und Kollegen.

ver.di-Pressemitteilung