Enttäuschung für das Kinder-und Jugendtheater Dresden – kein Umzug für das tjg.

Trotz hoher Nachfrage rückt das Kinder-und Jugendtheater in Dresden sowohl örtlich als auch gedanklich nicht in die Mitte. Die neue Finanzierungsvorlage der Stadt schlägt ein Verbleiben des tjg. am jetzigen Standort vor. +++

Dabei fallen alle zur Realisierung des Projekts vorgeschlagenen Einsparungen letztlich zu Lasten des tjg.. Die Leitung des Theaters hält sowohl die so verklausulierte schrittweise Sanierung als auch die letztlich dafür vorgesehene Summe für fragwürdig und hat sich mit einem entsprechenden Schreiben an die Stadtspitze gewandt.

Sollten, wie geplant, gemeinsame Werkstätten am jetzigen Standort entstehen, blieben von den veranschlagten rund 20 Mio Euro lediglich geschätzte 18 Mio Euro für die eigentliche Sanierung und dringend notwendige Modernisierung desTheaters übrig. Dazu würden der Bau eines Bühnenturms, die Eingliederung des tjg.puppentheaters am Standort und zahlreiche weitere Maßnahmen gehören.

Intendantin Felicitas Loewe: „Wenn wir den Spielbetrieb des tjg. in bisher bekannter Qualität und Quantität sichern wollen, muss nun schleunigst – mit welchem Modell auch immer – gehandelt werden. Wir haben immer betont, dass wir den Umzug favorisieren, nicht zuletzt, um der ständig wachsenden Bedeutung kultureller Bildung für Kinder und Jugendliche, speziell in dieser Stadt,noch besser, umfangreicher und zentraler gerecht werden zu können. Der Verlust der Vision, das Kinder- und Jugendtheater dieser Stadt gedanklich wie örtlich in die Mitte zu rücken, schmerzt. Allerdings habe ich auch immer betont, dass wir mit dem Modell ‚Komplexe Sanierung im Bestand’ebenso leben können. Entscheidend für den Erfolg einer komplexen Sanierungam Standort sind allerdings eine konkrete, verbindliche Terminkette undrealistische Berechnungen.“

Dabei kann das tjg. eine sehr positive Bilanz für die Spielsaison 2009/10 ziehen.
Basierend auf den bis zum jetzigen Zeitpunkt erreichtenZ uschauerzahlen und einer vorsichtigen Prognose für den Rest der laufenden Jubiläumspielzeit, kann bei den rund 600 Vorstellungen schon jetzt von einer Auslastung von durchschnittlich 88 % und einer Besucherzahl von ca. 73000 Besuchern ausgegangen werden. Addiert man die Besucher der theaterpädagogischen Angebote (Workshops /Inszenierungsbegleitungen / Theaterklubs etc.), ist zum derzeitigen Stand von einer Gesamtbesucherzahl von rund 84000 auszugehen.

Zu den Publikumsrennern zählt dabei unter anderem das Sommertheater im Zoo (In 80 Tagen um die Welt), das allein rund 7000Besucher anzog. Weitere Höhepunkte der Spielzeit waren die Uraufführung des Kinderbuchbestsellers ‚Rico, Oskar und dieTieferschatten‘ , die von der Kritik bejubelte Uraufführung ‚Tut mir leid Vati,aber ich muss/Turm und die Inszenierung ‚Wendelgard. the first level‘ des Ausnahme-Regisseurs Jo Fabian sowie der zeitgemäße Zugriff Dominik Günthers auf Lessings ‚Emilia Galotti‘.
Das Stück „Nathans Kinder“ von Ulrich Hub ist für den Mülheimer Kinder-Stücke-Preis nominiert.

Quelle: tjg.
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