Erfolgreiches Recycling-Projekt – Fünf Jahre Stiftesammlung

Dresden - Seit fünf Jahren können Schulkinder aber auch Erwachsene im Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden ihre leergeschriebenen und aussortierten Stifte zum Recycling abgeben. Pro Stift erhält das Uniklinikum einen Erlös von einem Cent durch das Wiederverwertungsunternehmen TerraCycle, der anschließend Projekten der Patientenversorgung zugutekommt. Ab August wird damit die Versorgung von Autismuspatienten verbessert: Weil die Kommunikationsfähigkeiten von Kindern mit Autismus gerade vor dem Vorschulalter besonders eingeschränkt sind, ist oftmals auch die frühkindliche Beziehung zu den Eltern von Unverständnis geprägt. Deshalb möchte die Autismusambulanz des Uniklinikums eine Tafel anschaffen, über die sich die jungen Patienten über grafische Abbildungen mit kombinierter Sprachausgabe auf Knopfdruck mitteilen können. Zuletzt konnte die Traumaambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und ‑psychotherapie von der ungewöhnlichen Zusammenarbeit mit TerraCycle profitieren: 19.750 Stifte ermöglichten die Anschaffung von Therapiematerialien wie Spielen oder Plüschtieren im Wert von 395 Euro.

„Umweltschutz fängt im Kleinen an und zahlt sich immer aus", weiß Prof. Lutz Jatzwauk, Leiter des Bereichs Krankenhaushygiene und Umweltschutz am Dresdner Uniklinikum. Die hier seit 2012 etablierte Stiftesammlung für alte oder leergeschriebene Schreibutensilien aus Kunststoff ist dafür ein hervorragendes Beispiel. Seit Beginn des Recycling-Projektes konnten bereits 140.914 Stifte mit einem Gesamtgewicht von 1,4 Tonnen gesammelt werden. „Trotz der gering erscheinenden Summe von einem Cent pro Stift kommt bei dem hohen Besucheraufkommen im Uniklinikum also regelmäßig ein stattlicher Betrag zusammen, der für ausgewählte Projekte der Krankenversorgung eingesetzt wird. So konnten im Laufe der Zeit schon ein Outdoorrollstuhl, Spiele, Handpuppen und weitere Materialien angeschafft werden, deren Finanzierung ohne die Stiftesammlung nicht so einfach möglich gewesen wäre", betont Prof. Jatzwauk. Der große Erfolg führte zuletzt sogar zu einer Änderung der Vergütungsregeln, sodass ab 2017 anstatt ursprünglich zwei Cent nur noch ein Cent pro Stift vergütet wird. Neben dem Bereich für Umweltschutz unterstützt auch die Stiftung Hochschulmedizin Dresden, die gezielt Projekte zur Verbesserung von Krankenversorgung, Lehre und Forschung fördert, die Sammlung der Stifte. Um Besuchern, Patienten und Mitarbeitern ausreichend Anlaufstellen zu bieten, stehen in den Häusern des Uniklinikums insgesamt 79 gut erreichbare Boxen bereit. Darüber hinaus werden auch bei externen Partnern wie Schulen, Kindergärten und Unternehmen Stifte für das Universitätsklinikum gesammelt.

Nachdem zuletzt Therapiematerialien im Wert von 395 Euro – das entspricht rund 19.750 gesammelte Stifte – für die Traumaambulanz der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und ‑psychotherapie finanziert werden konnten, sollen weitere Erlöse der Sammelboxen zugunsten der klinikumsinternen Autismusambulanz gehen. „Besonders vom frühkindlichen Autismus betroffene Kinder bis zu einem Alter von ungefähr fünf Jahren können sich mit ihren Eltern nur schwer verständigen, da sie weder die Körpersprache noch Worte ausreichend zur Kommunikation nutzen können. In ihrer Kommunikationsnot verhalten sich die Kinder häufig unruhig, laut und mitunter aggressiv, was zu weiteren Missverständnissen führt", erklärt Prof. Veit Roessner, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie. Abhilfe soll zukünftig die Kommunikationshilfe „Go Talk 20+" schaffen: Durch das Drücken von Knöpfen, die mit erklärenden Bildern versehen sind, können die Kinder einen Lautsprecher aktivieren und sich aktiv mitteilen. Bis die Ambulanz ihren Patienten das Gerät zur Verfügung stellen kann, fehlen jedoch noch 470 Euro oder umgerechnet 47.000 Stifte. Unterstützer, die keine leergeschriebenen Stifte zur Hand haben, können alternativ mit einer Spende an die Stiftung Hochschulmedizin dazu beitragen, die Patientenversorgung in der Autismusambulanz weiter zu verbessern.