Erhöhung des BAföG-Satzes lässt Krankenkassenbeiträge steigen – StudentInnenrat übt Kritik

Zum 1. April 2011 steigen die Krankenkassenbeiträge für die studentische Kranken- und Pflegeversicherung. Dies wird seitens der Krankenkassen vor allem mit der Erhöhung des BAföG-Satzes begründet. Nach der Erhöhung des BAföG Satzes um im Schnitt 13 Euro, sollen die Beiträge für Pflege- und Krankenversicherung um 10,71 Euro steigen. Der StudentInnenRat der Universität Leipzig (StuRa) kritisiert diese Entwicklung massiv.

Die Steigerung ist relativ hoch ausgefallen, da nun der Mitzuschuss pauschal und nicht mehr bedarfsabhängig ausgezahlt wird und somit erstmals in die Berechnung der Kranken- und Pflegeversicherung mit einbezogen wird. Die höheren Kosten werden zwar durch das BAföG aufgefangen, aber nur bei den Studierenden, die auch wirklich BAföG beziehen. Die Mehrheit von ca. 75 Prozent, die kein BAföG erhalten, müssen die Mehrkosten alleine aufbringen. Die Studierendenvertretung an der Uni Leipzig sieht gerade hier das Problem. „Zu wenige bekommen BAföG, da die Verdienstgrenzen der Eltern viel zu hoch sind und Schulden und andere Verbindlichkeiten nicht angerechnet werden. Wenn es dann weder Geld von den Eltern noch vom Staat gibt, leidet das Studium oder wird erst gar nicht begonnen“, so der Sozialreferent des StudentInnenRates Arnold Arpaci.

Studierende unter 25 haben Glück, denn diese können sich auch weiterhin kostenlos familienversichern. Doch mit den von der Wirtschaft geforderten Auslandsaufenthalten und Praktika schon während dem Studium, ist der Großteil der Studierenden beim Abschluss schon über 25. Für StudentInnen über 30 oder mit 14 und mehr Hochschulsemester werden mindestens 126,90 Euro Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag pro Monat fällig, da sie den Anspruch auf die studentische Krankenversicherung verloren haben. „Die Altersgrenze für die studentische Krankenversicherung ist spätestens seit Bologna nicht mehr zeitgemäß. Selbst bei striktem Studium wird man, wenn man sich zwischen Bachelor und Master etwas in der Berufswelt umsieht, im Zweifel nicht vor 30 fertig. Der Traum vom lebenslangen lernen wird zum Albtraum bei den finanziellen Unwägbarkeiten“, so Arnold Arpaci abschließend.

Bei Rückfragen steht Ihnen der Sozialreferent des StudentInnenRates Arnold Arpaci gerne zur Verfügung: soziales@stura.uni-leipzig.de // 0341 97 37 850