Ermittlungen nach dem Tod einer Mutter und ihres Kindes abgeschlossen

Die Ermittlungen bezüglich der tot aufgefundenen Gohliserin und ihres Kleinkindes sind seit dem 25. Juli beendet. Das Amtsgericht Leipzig hat einen Strafbefehl wegen des Tatvorwurfs der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen erwirkt.+++

Dem angeklagten Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialdienstes (ASD) der Stadt Leipzig liegt zur Last, als zuständiger Sachbearbeiter und Betreuer einer drogenabhängigen Mutter und ihres Kleinkindes, die ihm gegenüber obliegenden Kontroll- und Überwachungspflichten vorwerf- und vermeidbar verletzt und dadurch den Tod des zweijährigen Kindes verursacht zu haben.

Im Ergebnis der Ermittlungen soll der Angeklagte Hinweisen zu möglichen Kindeswohlgefährdungen nicht in der gebotenen Form nachgegangen sein. Der Beklagte soll es in Kenntnis kindeswohlgefährdender Umstände und in Anbetracht der jahrelangen Betäubungsmittelabhängigkeit der Kindesmutter pflichtwidrig unterlassen haben, im Frühjahr 2012 die gebotenen Maßnahmen zum Schutz des Kindes zu veranlassen.
So hat er insbesondere keinen Kontrollvertrag mit der Mutter abgeschlossen und auch nicht veranlasst, dass das Kind in die Obhut einer Tagesmutter gegeben wird.
Dadurch wäre der Tod des Kindes durch Unterversorgung nach dem Ableben der betäubungsmittelabhängigen Mutter vermeidbar gewesen, so die Staatsanwaltschaft.

Der Strafbefehl über eine Geldstrafe ist noch nicht rechtskräftig, da der Angeklagte hiergegen Einspruch eingereicht hat.

Das Ermittlungsverfahren gegen den damaligen Leiter des Amtes für Jugend, Familie und Bildung, die damalige Leiterin des ASD sowie dem Oberbürgermeister wurde durch die Staatsanwaltschaft aufgrund eines nicht feststellbaren Organisationsversagens eingestellt.
Durch einen Anzeigeerstatter wurde Beschwerde gegen diese Einstellungsverfügung eingelegt.