Ermittlungen zu Serie von Sexualstraftaten eingestellt – 7 Frauen betroffen

Seit mehreren Jahren hat die Dresdner Polizei nach einem unbekannten Sexualstraftäter gesucht. Nachdem die DNA-Untersuchungen und die Fahndung keine Ergebnisse brachten, wird die Ermittlungsgruppe ‚Freiheit‘ nun aufgelöst. +++

Die Ermittler werfen einem Unbekannten vor, in den Jahren 2003 bis 2005 drei junge Frauen überfallen und vergewaltigt sowie bei vier weiteren dasselbe versucht zu haben. Bei den vollendeten Vergewaltigungsfällen liegen übereinstimmende DNA-Muster des Täters vor.

Am 1. Juli 2009 hatte die Dresdner Polizei die Ermittlungsgruppe „Freiheit“ gegründet. Den Beamten oblag insbesondere die Vorbereitung und Durchführung der mit einer Rasterfahndung kombinierten DNA-Reihenuntersuchung.

Beide Maßnahmen waren vom Dresdner Amtsgericht genehmigt worden. DNA-Reihenuntersuchung und Ausschluss der Täterschaft 2.372 DNA-Proben wurden zwischenzeitlich ausgewertet. Keine davon stimmte mit dem vorliegenden DNA-Muster des Täters überein.

Von 459 weiteren Männern lagen bereits DNA-Proben vor. Ein Fünftel der Personen konnte aufgrund der Personenbeschreibung bzw. eines Alibis ebenfalls als Täter ausgeschlossen werden.

160 Männer könnten bisher noch nicht ausgeschlossen werden.
 
Davon werden einige derzeit aufgrund ihres aktuellen Wohnortes noch von anderen Polizeidienststellen überprüft. Andere befinden sich derzeit im Ausland und werden nach ihrer Rückkehr kontaktiert.
Weitere 77 Personen hatten von ihrem Recht Gebrauch gemacht und eine Speichelabgabe verweigert. Die Ermittler konnten diese Männer nicht aufgrund anderer Kriterien ausschließend. Sie fanden jedoch auch keine Indizien, die eine zwangsweise Speichelprobenentnahme ermöglicht hätten.
Die ausgewerteten Proben wurden zwischenzeitlich vernichtet.

Cristian Avenarius (50) von der Dresdner Staatsanwaltschaft: “ Wir haben alle vorhandenen Ermittlungsansätze ausgeschöpft. Die aufwendige DNA-Reihenuntersuchung ist abgeschlossen und hat uns bisher keine neuen Erkenntnisse zur Identität des Täters liefern können. Eine Ausweitung des zu untersuchenden Personenkreises wird es nicht geben. Ich danke den Mitarbeitern der EG Freiheit für ihre professionelle und zügige Arbeit.“

Nach den Veröffentlichungen der Phantombilder des Gesuchten gingen bei der Dresdner Polizei 49 Hinweise ein. Die Ermittler gingen diesen nach. Eine sogenannte „heiße Spur“ befand sich jedoch nicht darunter.
Derzeit wird die Veröffentlichung des Falles innerhalb der Fahndungssendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ geprüft.

Am vergangenen Montag wurde die Ermittlungsgruppe „EG Freiheit“ aufgelöst.Tilo Krempl (32), Leiter der Ermittlungsgruppe: „Leider konnten wir den Täter bisher nicht ermitteln. Auch wenn wir die Ermittlungsgruppe aufgelöst haben, schlagen wir damit die Akte nicht zu. Wir haben die DNA-Spur des Täters und können ihn beim Vorliegen neuer Hinweise jederzeit überführen.“

Die noch offenen Ermittlungen werden durch zwei Beamte der Dresdner Kriminalpolizei fortgeführt. 

Quelle: Polizei und Staatsanwaltschaft Dresden

++
Immer aktuell informiert – mit dem DRESDEN FERNSEHEN Newsletter!