Erneut hohe Feinstaubbelastungen

Dresden (dapd-lsc). Die Luftqualität in Sachsen gibt weiterhin Grund zur Sorge.

In fünf sächsischen Städten sind die Grenzwerte der Feinstaubbelastung vergangenes Jahr erneut überschritten worden, wie das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie am Dienstag in Dresden mitteilte. Betroffen waren demnach Dresden, Leipzig, Chemnitz, Zwickau und Görlitz. Besonders häufig gab es Überschreitungen in Leipzig mit 63 beziehungsweise 69 Tagen je Messstation sowie in Zwickau mit 53 Tagen.

Eine Feinstaubkonzentration von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft darf nur an maximal 35 Kalendertagen pro Jahr überschritten werden. Besonders hoch war die Feinstaubbelastung 2011 von Mitte Februar bis Mitte März sowie im November. In diesen Zeiten war über Wochen hinweg das Wetter ruhig und trocken.

Obwohl die Stadt Leipzig im vergangenen Jahr eine Umweltzone eingeführt hat, macht die sich bisher bei der Feinstaubbelastung kaum bemerkbar. Die Referentin für Luftqualität beim Landesumweltamt, Andrea Hausmann, rechnet jedoch mit langfristigen Effekten in der Messestadt.

Problematisch sei im Freistaat die Zunahme von Luftverschmutzung durch reaktivierte Ofenheizungen und neue Kaminöfen seit etwa 2000. Deren Anteil an der Feinstaubbelastung werde auf zehn bis zwölf Prozent geschätzt, wie Analysen der Rückstände in den Messgeräten ergaben. Häufig würden Müll und zu nasses Holz verbrannt. Holz soll mindestens zwei Jahre vor dem Verfeuern lagern, sagte Hausmann.

Der Ozonschwellenwert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter wurde 2011 in Sachsen nur auf dem Fichtelberg und auf dem Schwartenberg bei Seiffen für jeweils eine Stunde überschritten. Durch Stickstoffdioxid waren vor allem die Ballungsräume Dresden, Leipzig und Chemnitz belastet. Stickstoffdioxid stammt den Angaben zufolge überwiegend aus den Verbrennungsmotoren von Fahrzeugen. Die Luftqualität in Sachsen wird flächendeckend durch ein Netz von 29 stationären Messstationen und zwei mobilen Messstationen überwacht.

dapd

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