Erneut mehrtägiger Streik bei Amazon

Etwa ein Drittel der Belegschaft will bis Mittwochabend  die Arbeit niederlegen. Streiks auch an vier weiteren Standorten in Deutschland. Ver.di fordert für die Beschäftigten weiterhin einen Tarifvertrag für den Einzel- und Versandhandel. +++

Deutschland ist Streikland! Diesen Eindruck hat man zumindest, wenn man die letzten Tage und Wochen betrachtet. Erst waren die Lokführer dran, dann legten die Piloten die Arbeit nieder und seit Montag wird auch bei Amazon wieder gestreikt. Betroffen sind fünf Standorte in Deutschland und damit natürlich auch der in Leipzig.

Das Bild ist mittlerweile bekannt. Vor dem Amazon-Standort in Leipzig wird gestreikt, drinnen läuft der Betrieb zumindest halbwegs normal. Die Gewerkschaft Ver.di geht davon aus, dass sich etwa ein Drittel der Belegschaft am Ausstand beteiligt. Für die Leipziger Beschäftigten ist es bereits der fünfte Streik, bis Mittwochabend wollen die Teilnehmer die Arbeit niederlegen. Die Forderungen sind immer noch dieselben. Ver.di fordert einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels, Amazon lehnt das seit Jahren vehement ab. Das Unternehmen sieht sich als Logistiker und zahlt nach eigenen Angaben auch entsprechende Löhne. Auf einen Tarifvertrag mit Urlaubs- und Weihnachtsgeld will sich Amazon aber in keinem Fall festnageln lassen. Eine Lösung ist bisher nicht in Sicht. Wieviele Pakete durch die Streiks liegenbleiben ist ebenfalls nicht bekannt. Ver.di spricht von einer Vielzahl, laut Amazon gibt es so gut wie keine Verzögerungen. Und die Landesregierung will sich weiterhin nicht einmischen, Tarifverhandlungen seien in Deutschland schließlich alleinige Sache der Tarifparteien.