Erneute Kritik an Förderung des Katholikentages

Die Leipziger Stadträtin Elisabeth Gabelmann hat in einem Interview mit dem Online-Portal „100 Tage-100 Menschen“ ihre Kritik an der Finanzierung des 100. deutschen Katholikentages erneuert. +++

Die Leipziger Stadträtin und Politikerin der Piratenpartei Elisabeth Gabelmann hat ihre Kritik an der Förderung des diesjährigen Katholikentages in Leipzig durch die Stadt erneuert. In einem Gespräch mit dem Online-Portal „100 Tage – 100 Menschen“, das durch den Katholikentag initiiert wurde, erklärte Gabelmann, dass die fünftägige Veranstaltung Ende Mai nur der Missionierung diene und daher nicht mit öffentlichen Mitteln unterstützt werden dürfe.

Die Stadträtin forderte, dass wenn der Katholikentag nicht genügend eigene Mittel zur Finanzierung des Events anbringen könne, die Rahmen kostengünstiger gesteckt werden müssten. Die von Befürwortern des Katholikentages angeführten Gründe, der Schaffung von kurzfristigen Arbeitsplätzen und Mehreinnahmen im Hotel- und Gaststättengewerbe, ließ Gabelmann ebenfalls nicht gelten. Die Mehrzahl der Gäste werden demnach in privaten Unterkünften gastieren. Zudem wird ein Großteil von zumeist jugendlichen Teilnehmern in Schulen untergebracht. Eine Maßnahme, die für Gabelmann im Konflikt zur staatlichen Neutralität des Schulwesens steht. Um die erwarteten mehreren Zehntausend Gäste angemessen unterzubringen, startete der Katholikentag Anfang Februar die Initiative „Gast sucht Rast“. Darüber sollen bis zu 4000 Besucher in angebotenen Privatquartieren zum Veranstaltungszeitraum unterkommen. 

Unabhängig von dem Katholikentag kritisiert Gabelmann die, ihrer Meinung nach, undurchsichtige Kulturförderung der Stadt Leipzig. Im Hinblick auf das Reformationsjahr 2017 und den kleinen Kirchentag unter dem Motto: „Kirchentag auf dem Weg“, will Gabelmann keine Petition gegen die Finanzierung durch die Stadt starten. Ihre Petition „Keine Million“, gegen die Finanzierung des 100. Katholikentags 2016, war mit 18.000 statt der benötigten 22.500 Unterschriften gescheitert.