Erneute Personalveränderung bei Unister in Leipzig

Der Leipziger Onlineriese Unister gab am Mittwochabend bekannt, dass der bisherige Vorstandsvorsitzende der Unister Travel AG, Boris Raoul, Ende März von seinem Posten zurücktritt.

Erneute Umstrukturierung bei Unister in Leipzig. Der bisherige Vorstandsvorsitzende der Unister Travel AG, Boris Raoul, tritt Ende März zurück. Dies gaben Unternehmen und Manager am Mittwochabend einvernehmlich bekannt.

Der 44-jährige Österreicher hatte im Juli 2014 den Vorstandsvorsitz der Unister Travel Betriebsgesellschaft übernommen. Im vergangenen August war er dann in die neu gegründete Unister Travel AG gewechselt und seitdem nicht mehr operativ für die Reisesparte tätig. Denn der Betrieb der Online-Portale, wie ab-in-den-urlaub.de und fluege.de obliegt weiterhin der Unister Travel Betriebsgesellschaft. Einen unmittelbaren Nachfolger für den Posten Raouls soll es aber nicht geben, denn die Travel AG war bislang ohne Funktion. Auf eine Interviewanfrage von Leipzig Fernsehen antwortete eine Unister Sprecherin nur knapp:

„Weitere Vorstände der UNISTER Travel AG sind Nikolaus Pauseback und Mathias Klein. Thomas Wagner ist Geschäftsführer der Unister Travel Betriebsgesellschaft.“

Unter Raoul wurde ein Verkauf der Reisesparte angestrebt. Doch dieser wurde bislang noch nicht vollzogen. Mehrere Interessenten hatten,nach Einblick in die Geschäftsbücher von Unister Travel, die Gespräche abgebrochen. Auf unsere Nachfrage, ob der Verkauf weiterhin angestrebt werde antwortete Unister kurz und knapp:

„Der Verkauf war und ist nur eine Option der laufenden Neupositionierung der UNISTER Group. Diese dauert an. (…) Er ist und bleibt eine Option.“

Raoul soll dem Unternehmen zukünftig in beratender Form erhalten bleiben. Über künftige Ämter werde ebenfalls zeitnah entschieden.

Unterdessen musste Unister eine weitere gerichtliche Niederlage einstecken. Denn das Oberlandesgericht in Dresden wies eine Berufung des Unternehmens zurück. Demnach sei auf dem Unister-Portal hotelreservierung.de eine intransparante Preisgestaltung betrieben worden und dadurch ein irregulärer Wettbewerbsvorteil entstanden.