Ernteeinbußen in Sachsen

Sachsen - Am Sonntag ist Erntedankfest in Sachsen. Aufgrund der Witterung ist in diesem Jahr die Ernte regional sehr unterschiedlich ausgefallen. Insgesamt haben die Bauern im Freistaat etwas weniger Ertrag gehabt, als üblich.

Sachsens Landwirtschaftsminister Wolfram Günther hat gemeinsam mit dem Präsidenten des Sächsischen Landesbauernverbands e.V. (SLB), Torsten Krawczyk, die diesjährige Erntebilanz vorgestellt. Demnach hat die Witterung erneut für große regionale Ertrags- und Qualitätsunterschiede und eine breite einzelbetriebliche Streuung der Ergebnisse gesorgt. Insgesamt ist in Sachsen bezüglich der Hektarerträge und der Erntemenge eine etwas unterdurchschnittliche Ernte zu erwarten. Anlässlich der Bilanz-Pressekonferenz hat Minister Günther auch auf die Veröffentlichung des aktuellen »Agrarbericht in Zahlen« verwiesen.

Minister Günther hob hervor: »Die sächsischen Landwirtinnen und Landwirte haben auch in diesem Jahr unter widrigen Bedingungen gewirtschaftet. Nach drei Dürrejahren hat ein sehr nasses Jahr der Landwirtschaft Einbußen gebracht. Wir reden hier nicht einfach nur von schlechtem Wetter. Sondern der Wechsel von Dürre und Nässe zeigt: Der Klimawandel ist mit voller Wucht auf den sächsischen Feldern angekommen. Zum einen ist die Branche gefragt, Anpassung und Eigenvorsorge zu leisten. Zum anderen sind wir als Ministerium gefragt, Anpassung an die Klimawandelfolgen zu unterstützen und wirksamen Klimaschutz zu erreichen. Hier sind wir auf dem Weg. Die Landwirtschaft als größte Flächennutzerin spielt hier eine zentrale Rolle. Deswegen haben wir in diesem Jahr in der Agrarministerkonferenz den Einstieg in den Umstieg der EU-Agrarförderung beschlossen. Die Landwirtschaft wird damit in die Lage versetzt, als leistungsfähige Branche einen größeren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Ich danke den sächsischen Landwirtinnen und Landwirten für ihre harte Arbeit und für ihre Unterstützung auf diesem Weg.«

Der SLB-Präsident verwies ebenfalls auf die schwierigen Witterungsbedingungen. »Eine lange, oft nervenaufreibende mehr als acht Wochen dauernde Erntezeit mit wenigen kurzen Erntezeitfenstern liegt hinter unseren sächsischen Landwirten. In den oberen Mittelgebirgslagen ist die Getreide- und Rapsernte bis zum heutigen Tag noch nicht abgeschlossen«, so Krawczyk und ergänzte: »Die positiven Ernteerwartungen von Anfang Juli konnten sich leider nicht erfüllen. Wie in den vergangenen Jahren schon, zeigen sich auch die diesjährigen Erträge regional sehr differenziert. Insgesamt gehen wir von einer leicht unterdurchschnittlichen Ernte zum 5-jährigen Mittel aus. Hier brachte nur die Wintergerste positive Ergebnisse. Beim Winterraps wurde beim 10-jährigen Vergleich der schlechteste Ertrag eingefahren. In den Spätdruschgebieten der Mittelgebirge gehen wir bei allen Kulturen von weit unterdurchschnittlichen Ergebnissen aus.«

Hintergrund:
Nach anfänglichem Optimismus ist mit der Druschfruchternte eine gewisse Ernüchterung eingetreten. Nach bisherigen Ergebnissen ist in Sachsen von unterdurchschnittlichen Erträgen und Erntemengen bei Getreide- und Raps auszugehen. Hinzu kommen Sorgen um die Qualität der Ernteprodukte. Die Erntemenge fällt laut Juli/August-Meldung 2021 (Stat. Bundesamt) wie folgt aus:

Getreide (ohne Mais): 2,438 Millionen Tonnen (minus 4,0 Prozent gegenüber zu 2020, minus 4,2 Prozent zum sechsjährigen Durchschnitt 2015/2020
Winterraps: 0,342 Millionen Tonnen (minus 5,9 Prozent gegenüber 2020, minus 16,9 Prozent gegenüber sechsjährigem Durchschnitt 2015/2020).

Quelle: SMEKUL