Eröffnung der 36. Dresdner Musikfestspiele unter dem Motto »Empire«

Am Montag beginnen die Dresdner Musikfestspiele mit einem Konzert der New York Philharmonic unter Alan Gilbert in der Semperoper. Bis zum 2. Juni wird wieder eine große Dichte international renommierter Orchester und Ausnahmesolisten präsentiert. +++


Die Dresdner Musikfestspiele feiern am 13. Mai mit einem Konzert der New York Philharmonic unter Alan Gilbert in der Semperoper ihre Eröffnung. Bis zum 2. Juni präsentiert die 36. Festspielsaison wieder eine große Dichte international renommierter Orchester und Ausnahmesolisten. Auch die Saison 2013 steht im Zeichen des Dialogs zwischen der reichen kulturellen Landschaft der Stadt und den herausragenden, prägenden Stimmen der internationalen Klassikszene. Und so darf man sich nicht nur auf künstlerisch hochkarätige Begegnungen und spannende programmatische Konstellationen in den vielfältigen Spielstätten freuen, sondern auch auf die einzigartige Festspielatmosphäre an der Elbe.

Die Saison 2013 unter dem Motto »Empire«

Mit berühmten Vertretern wie der legendären Academy of St Martin in the Fields und Joshua Bell, dem Philharmonia Orchestra London unter Esa-Pekka Salonen oder dem City of Birmingham Symphony Orchestra mit Andris Nelsons spüren die Dresdner Musikfestspiele den »Sounds of the Empire« nach. Sie spannen einen Bogen von englischen Chorwerken der Renaissance und Barockmusik von Henry Purcell über die Spätromantik mit Edward Elgars selten zu hörendem Hauptwerk »The Dream of Gerontius« mit dem Dresdner Kreuzchor und René Pape weiter zu Werken von Benjamin Britten und den humorvollen Arrangements des Ukulele Orchestra of Great Britain. Ausgehend von der außergewöhnlichen Dichte der Musikregion Großbritannien und ihrer Kulturmetropole London erforschen die Festspiele 2013 unter dem Motto »Empire« die Spuren, die das Streben nach einem Weltreich in den Kulturlandschaften vieler Länder und Kontinente hinterlassen hat.

Orchestra in Residence: das New York Philharmonic im Konzerthaus Berlin, in der
Semperoper Dresden und in der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen

Den fulminanten Auftakt der Festspiele begeht das New York Philharmonic, mit dessen Auftritten sich weltweit die Botschaft von Toleranz und Verständigung verbindet. Seiner Heimatstadt, die während der furchtbaren Katastrophen des 20. Jahrhunderts einen großen Teil der emigrierenden kulturellen Elite Europas aufnahm, ist er tragender Pfeiler einer starken transatlantischen Brücke. Das Orchester unter seinem Chefdirigenten Alan Gilbert ist damit in doppelter Hinsicht musikalischer Botschafter, wenn es mit einem Gastspiel der Dresdner Musikfestspiele im Konzerthaus Berlin (Solist: Emanuel Ax) am 11. Mai auf das vielseitige Festspielprogramm in Dresden einstimmt – der Stadt, die wie ein Brennglas für die Kraft der Versöhnung nach der Zerstörung steht.

Nach diesem Auftakt setzt sich die Festspiel-Residency mit dem Eröffnungskonzert in der Semperoper (Solist: Jan Vogler) am 13. Mai fort. Mit einem außergewöhnlichen Projekt sind die Musiker einen Abend später in der modernen Architektur der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen zu erleben: Für diesen Anlass hat der finnische Komponist Magnus Lindberg eines seiner Hauptwerke, »Kraft«, neu konzipiert und eigens dafür Phaeton-Karosserieteile aus der Fertigung für die Perkussion ausgewählt. Im Zusammenspiel der im Raum verteilten Orchesterpositionen entsteht darüber hinaus ein faszinierender Klangeindruck.

Das Dresdner Festspielorchester unter Ivor Bolton öffnet »Schrank II«

Nachdem das »Projekt« Dresdner Festspielorchester in der vergangenen Saison mit versammelter Kompetenz für historische Aufführungspraxis und großer Entdeckungsfreude gestartet war, widmen sich die Musiker um Konzertmeister Giuliano Carmignola und unter der musikalischen Leitung von Ivor Bolton nun in zwei Konzerten (18./20. Mai) wahren Musikschätzen des Dresdner Barock und ihrer originalklanggetreuen Interpretation. Dafür öffnen sie »Schrank II«, ein wertvolles Notenarchiv mit dem charakteristischen Repertoire des Dresdner Hoforchesters. Auf dem Programm stehen bekannte Arien, die einst für den Superstar unter den Kastraten, Senesino, komponiert wurden und nun von Countertenor Bejun Mehta interpretiert werden, wie auch Werke, die bislang hinter den Türen des »Schrank II« verborgen geblieben sind.

Deutsches Symphonie-Orchester Berlin unter Kent Nagano erstmals bei den Musikfestspielen
Erstmals präsentiert sich das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin mit seinem Ehrendirigenten Kent Nagano bei den Musikfestspielen. Naganos ausgeprägtes Gespür für feinste Nuancen und Farben und sein analytischer Scharfblick machen ihn zu einem vielgefragten Dirigenten. Jan Vogler freut sich auf seinen Auftritt mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin unter Kent Nagano: »Mit Blochs hebräischer Rhapsodie »Schelomo«, ein Porträt des israelischen Königs Salomo, und der Strauss-Vertonung »Don Quixote«, einer der berühmtesten Geschichten des spanischen Empires, eröffnen sich weitere Einblicke in das Thema 2013.«

Abschlusskonzert mit Singer-Songwriter Rufus Wainwright

Der Abend mit dem kanadischen Künstler Rufus Wainwright (02. Juni) setzt einen weiteren programmatischen Akzent. Elton John nennt ihn den »großartigsten Songwriter auf diesem Planeten«. Rufus Wainwright ist nicht nur in der Welt von Rock und Pop, sondern auch in Klassik, Theater, Tanz und Film zu Hause. Oper und Literatur sind für ihn unerschöpfliche Inspirationsquellen. Ausschnitte aus seiner Oper »Prima Donna« oder »Five Shakespeare Sonnets«, die Wainwright im Auftrag des San Francisco Symphony komponierte, geben einen Einblick in sein vielseitiges Schaffen – ein glanzvolles Finale der Festspiele 2013.

In vielseitigen Programmkombinationen erklingen zudem Kompositionen der großen Jubilare des Jahres 2013 Richard Wagner und Giuseppe Verdi. So eröffnen u.a. Louis Lortie und Thomas Quasthoff sowie ein Abend in den Richard-Wagner-Stätten Graupa spannende Perspektiven auf Wagner. Zwei Kooperationsveranstaltungen mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden und Christian Thielemann würdigen dessen Dresdner Schaffen.

Mit einer in höchstem Maße authentischen Interpretation ausgewiesener Verdi-Spezialisten präsentieren die Dresdner Musikfestspiele Giuseppe Verdis »Requiem«: Das Orchestra del Teatro Regio di Torino stellt sich unter seinem Chefdirigenten Gianandrea Noseda und mit einem hochkarätigen Solistenensemble in Dresden vor.

Quelle: Dresdner Musikfestspiele