Erpressung per Internet

Lengenfeld: Als sich am Dienstagmittag ein 35-Jähriger per PC im Internet bewegte und seine Kontostände ablesen wollte, wurde der Bildschirm seines Monitors plötzlich weiß und nach ca. zehn Sekunden erschien eine augenscheinliche Maske der „Bundespolizei“.

Darauf war zu lesen, dass man ihn u. a. der Kinderpornographie und der Verbreitung von E-Mails mit terroristischen Inhalten bezichtigt. Um die Sperrung des PC aufzuheben, sollte der 35-Jährige 100 Euro Strafe per „Ukash“ oder „Paysafecard“ bezahlen. Der Lengenfelder handelte richtig und ging nicht auf die Aufforderung ein, sondern erstattete umgehend Anzeige bei der Polizei.

Der Befall von Computern mit solchen Trojanern, die ein amtliches Aussehen vorspiegeln und bspw. in Gestalt der „Bundespolizei“, des „BKA“ oder der „GEMA“ daher kommen, ist ein derzeitiges Kriminalitätsphänomen. Seit Frühjahr 2011 werden vermehrt Internetnutzer in ganz Deutschland von solchen Schadprogrammen heimgesucht, mit denen ihnen Geld aus der Tasche gezogen werden soll. Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Südwestsachsen sind bislang 155 solcher Fäll zur Anzeige gebracht worden.

Den Tätern geht es dabei nur um die Übermittlung des Berechtigungscodes der z. B. Ukash-Voucher. Die Erfahrungen haben gezeigt, dass selbst bei Übermittlung der Codes die Computerblockaden nicht aufgehoben wurden.

Betroffene sollten daher auf keinen Fall der Aufforderung Folge leisten Ukash-Voucher zu kaufen oder gar einen Berechtigungscode mitzuteilen. Vielmehr sollte beim Auftreten derartiger Fälle der Bildschirm fotografiert und der Sachverhalt umgehend bei der Polizei angezeigt werden.
Zum Schutz des eigenen Computers vor einem Befall mit derlei Schadsoftware oder zu ihrer Beseitigung kann man sich im Internet auf verschiedenen Seiten zu diesem Problemkreis informieren. Ein Beispiel dafür ist www.botfrei.de

Dieser Beitrag ist leider noch nicht verfügbar