Erste Friedhofskampagne für Dresden

Dresden - Von den mehr als 50 Friedhöfen in Dresden werden 44 von evangelischen Kirchgemeinden und Verbänden verwaltet. Sie alle spüren den Wandel der Bestattungskultur durch Individualisierung, Pluralisierung und Mobilität. Deshalb haben die Friedhöfe nun ihre erste Imagekampagne für Dresden aufgelegt. Unter dem Titel "Mein Stadtteil, mein Friedhof" werden ab nächster Woche Großplakate in Dresden zu sehen sein, außerdem gibt es eine Postkartenaktion.

Ins Leben gerufen wurde die Kampagne vom erst kürzlich gegründeten "Netzwerk Dresdner Friedhofsverwalter". Ziel der Kampagne mit ihren humorvollen Texten ist es, dass Friedhöfe und die damit verknüpfte Friedhofskultur wieder mehr ins Bewusstsein der Menschen gelangen. Außerdem soll augenzwinkernd aber selbstbewusst auf die Schätze und Pfründe hingewiesen werden, die die Friedhöfe vor Ort im Quartier auszeichnen.

Lara Schink, Sprecherin des Netzwerks und Friedhofsverwalterin im Verband der Annenfriedhöfe Dresden, war eine der Ideengeberinnen der Kampagne. Die Probleme der Friedhöfe hat sie täglich vor Augen: Der Neue Annenfriedhof an der Kesselsdorfer Straße in Löbtau ist der drittgrößte Friedhof in Dresden. Auf den 14 Hektar Friedhofsfläche ist Platz für 40.000 Gräber, davon sind derzeit aber lediglich 6.000 belegt. Auch an der Art der Beisetzungen hat sich vieles geändert. Auf dem Neuen Annenfriedhof sind mittlerweile 90 Prozent der Bestattungen Urnenbeisetzungen. Nur noch zehn Prozent der Verstorbenen werden im Sarg bestattet.