Erste mobile Schafschutzgruppe im Einsatz

Erste mobile „Eingreiftruppe“ mit Herdenschutzhunden sollen Sachsens Schafe vor den Wolf beschützen: 

Umweltminister Frank Kupfer hat heute  in Birkwitz-Pratzschwitz bei Pirna (Lkrs. Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) die erste sächsische mobile Eingreiftruppe zum Schutz von Schafen und Ziegen vor Wölfen vorgestellt. Die zwei Herdenschutzhunde Ben und Carlos der Rasse Pyrenäen-Berghund stehen ab sofort allen Nutztierhaltern in Sachsen zur Verfügung, deren Herden vom Wolf bedroht sind und wo Schutzmaßnahmen wie Elektrozaun und Flatterband nicht mehr helfen. „Bei der Maßnahme geht es aber vor allem um den Schutz der streng geschützten Tierart Wolf, damit diese nicht wegen möglicherweise zu hoher wirtschaftlicher Schäden aus der Natur entnommen werden muss“, erklärte Kupfer.

„Sachsen bietet damit als erstes und einziges Bundesland einen umfassenden Schutz für Schäfer und Wolf.“, so der Minister weiter. Von September bis November 2008 wurden drei Schweizer Herdenschutzhunde für ihren Einsatz in Sachsen getestet. Weil alle Praxistests bisher positiv verliefen, einigten sich das Umweltministerium und der Sächsische Schaf- und Ziegenzuchtverband e. V. für die Einrichtung einer mobilen Eingreiftruppe.

In diesem Jahr gab es in Sachsen bisher vier Vorfälle mit elf toten Schafen, bei denen der Wolf als Verursacher nicht auszuschließen war. 2008 wurden 56 Nutztiere getötet und vier verletzt. Insgesamt gab es in der Wolfsregion seit der Wiederansiedlung des Wolfes in der sächsischen Lausitz 54 Vorfälle mit 212 toten und neun verletzten Nutztieren. Die betroffenen Schäfer erhielten dafür eine Entschädigung von zusammen rund 35.000 Euro.

++
Immer aktuell informiert – mit dem DRESDEN FERNSEHEN Newsletter!