Erste Punkte für die Kangaroos?

Die Fighting Kangaroos vom Chemnitzer PSV empfangen am Sonntag den USC Münster.

Beide Mannschaften warten noch auf den ersten Spielgewinn in dieser Saison. Dabei galt der USC Münster über Jahre hinweg als eine der besten
Mannschaften in Europa. Der viermalige Europapokalsieger und
neunmalige Deutsche Meister, der 2004 und 2005 außer der Meisterschaft
auch noch den DVV-Pokal gewann, war das Aushängeschild im deutschen
Volleyballsport.

Eng verbunden mit diesen Erfolgen ist der Name von USC-Coach Axel
Büring. Aktuell durchlebt der USC-Trainer mit seiner Mannschaft eine
schwere Zeit. Die Erfolge sind bis auf weiteres vorbei. Der
Unabhängige Sport-Club aus Münster beendete die vergangene
Erstligaspielzeit auf dem neunten Platz. „Die letzte Saison war eine
Katastrophe“, meint deshalb auch USC-Kapitän Andrea Berg, die vor dem
ersten Saisonspiel am Knie operiert werden musste und für unbestimmte
Zeit ausfällt.

Den Rekordmeister drücken zudem hohe Verbindlichkeiten im
sechsstelligen Bereich. „Ich hoffe, dass wir mit einer nicht so hohen
roten Zahl am Saisonende abschließen“, wünscht sich USC-Präsident
Matthias Fell. Beim USC wurde für den Neuanfang eine „Agenda 2011“
aufgestellt. Zum 50. Geburtstag des Vereins soll er wieder näher an
der nationalen Spitze sein. „Wir wollen uns systematisch verbessern,
aber das braucht Geduld“, ergänzt der USC-Präsident, der den Club
wieder auf gesunde wirtschaftliche, wie auch sportliche Beine stellen
will.

Insgesamt vier Spielerinnen verließen den Verein nach der Saison.
Tatjana Zautys und Jil Döhnert haben sich zum Ligakonkurrenten
Stuttgart verabschiedet, während die Verträge mit Kaitlin Leck und
Tasia Ryschkowa nicht verlängert wurden. Dafür wechselten die Ungarin
Barbara Dégi und die Australierin Anna Maycock nach Münster. Mit 0:12
Punkten steht der USC aktuell auf dem letzten Tabellenplatz in der 1.
Volleyball Bundesliga der Damen. Nur durch das bessere Satzverhältnis
getrennt, liegen die Fighting Kangaroos aus Chemnitz vor den Gästen
aus Münster. „Unser Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz“, meint
USC-Trainer Axel Büring.

Für CPSV-Coach Mirko Pansa liegen die Stärken des USC Münster in den
druckvollen Aufschlägen und dem schnellen Angriffsspiel über die
Mittelpositionen. Die Führungsrolle übernimmt dabei Zuspielerin Anna
Maycock, die bereits für die Fighting Kangaroos und zuletzt für den
französischen Erstligisten USSP Albi Volley auflief. Die über
100-fache australische Nationalspielerin stand dabei im selben Team
wie Kangaroo-Neuzugang Stéphanie Kurz, die seit diesem Jahr das
CPSV-Trikot trägt und ebenfalls bei USSP Albi unter Vertrag stand.

Da es im Volleyball keine Punkteteilung gibt, wird eine der beiden
Mannschaften heute die ersten Zähler einfahren. „Darin liegt die
Spannung und auch der Druck für beide Teams. Wir werden sehen, wer
besser mit dieser Situation zurechtkommt“, meint Kangaroo-Trainer
Mirko Pansa. Bei den „Kängurus“ steht ein Fragezeichen hinter Kapitän
Lauren Bertolacci, die mit Anna Maycock in der australischen
Nationalmannschaft die Zuspielfäden in der Hand hält. „Lauren hat eine
hartnäckige Erkältung außer Gefecht gesetzt. Wir hoffen aber alle,
dass sie am Sonntag einsatzfähig ist. Im Moment kann sie nicht
trainieren“, erzählt der 35-jährige Pansa.