Erste Schnee-Bilanz – Tief „Petra“ kommt: „Das Schlimmste steht Sachsen noch bevor“

Es ist erst Mitte Dezember und manch einer hat von Schnee und Kälte schon jetzt die Nase gestrichen voll. Staus auf Autobahnen, eingeschneite Autos, Ausfall von Zügen und Straßenbahnen in Leipzig. Ganz schön viel für einen halben Monat. Und ein neues kräftiges Tief ist im Anflug. LEIPZIG FERNSEHEN hat am Donnerstag vor dem Tief „Petra“ eine erste Winterbilanz gezogen:

Der Wintereinbruch kam mit dem 1. Dezember. Mehrere Zentimeter Neuschnee fielen über Nacht. In Leipzig stand der Verkehr still – egal ob auf Straßen oder Schienen.

Zwei Wochen sind seitdem vergangen.

In diesem Zeitraum:
– krachte es 90 mal auf den Autobahnen rund um Leipzig. Ein Großteil der Unfälle passierte wegen der nicht an die Witterungsbedingungen angepassten Fahrweisen.
– 746 Patienten mussten in die Zentrale Notaufnahme des Klinikum St. Georg eingeliefert, circa 90 Prozent der Patienten wurden wegen Frakturen chirurgisch behandelt.
– Die Deutsche Bahn hatte mit Verspätungen auf Grund von Schneeverwehungen und Hindernissen auf den Gleisen zu kämpfen. Massive Ausfälle gab es in der ersten Schnee-Nacht zum 2. Dezember.
– Die LVB erlebte ihren Chaostag am vergangenen Mittwoch. Gefrierende Nässe und andauernder Niederschlag legten insgesamt 65 Wagenzüge im Leipziger Straßenbahnnetz lahm, Oberleitungen rissen, stundenlang fuhr keine einzige Straßenbahn durch die Stadt.
– „Schulfrei“ gab es bis heute in Leipzig nicht. Der Schulbetrieb konnte flächendeckend gewährleistet werden, in Einzelfällen kam es zu Beeinträchtigungen, diese hielten sich aber laut Schulamt im Rahmen.
– Die Leitungen der Kommunalen Wasserwerke blieben bisher von der Kälte verschont. Dafür waren allerdings im Stadtgebiet mehrere Wasserzähler eingefroren.

Auf den Leipziger Straßen scheint es noch relativ glimpflich vor sich zu gehen. Am Mittwoch wurden der Polizei Leipzig 65 Unfälle mit 3 Verletzten gemeldet – größtenteils kam es dazu aufgrund von Glätte.
Bis heute Mittag verzeichneten die Polizeibeamten bereits 26 Unfälle.

Einen Schwerpunkt im Stadtgebiet gibt es nicht. Die meisten Unfälle passierten, weil der verlängerte Bremsweg nicht bedacht wurde.

Zwei Wochen seit dem ersten starken Schneefall in diesem Winter – schon am mittwoch versanken Chemnitz und Dresden förmlich im Schnee. Allein in der Landeshauptstadt fielen bis zu 23 Zentimeter Neuschnee, Autos blieben stecken, Unfälle häuften sich. 

Am Donnerstag zieht das Tief „Petra“ über Deutschland und heute stand am Nachmittag bereits vor Leipzigs Toren.

Telefoninterview: Helge Tuschy – Diplommeteorologe

Es kommt also wieder „weiß von oben“. Während viele Bürger der Stadt neuem Schnee mit Ablehnung gegenüberstehen, gibt es aber auch ein paar Leipziger die sich über die weiße Pracht freuen. Die Sibirischen Tiger im Leipziger Zoo fühlen sich bei diesem Temperaturen nämlich pudelwohl und genießen den Winter.