Erste schwere EHEC-Folgeerkrankung in Sachsen

Dresden (dapd-lsc). In Sachsen ist erstmals eine schwere Erkrankung infolge der Darminfektion EHEC aufgetreten.

Eine 60-jährige Frau leidet an einem Nierenversagen, wie die Universitätsklinik Dresden am Montag mitteilte. Die Patientin sei vor fünf Tagen mit blutigen Durchfällen und starken Krankheitsgefühlen eingeliefert worden. Die Frau habe vor einer Woche an einer Feier in Norddeutschland teilgenommen, aber keine Gurken gegessen, ergänzte ein Kliniksprecher. Demnach liege die Quelle für alle sächsischen EHEC-Erkrankungen außerhalb des Freistaates.

Die Frau sei infolge der Infektion am hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) erkrankt, erklärte Christian Hugo, Leiter der Nephrologie. Die EHEC-Bakterien hätten demnach rote Blutkörperchen angegriffen, die zu Blutgerinnseln führten und die Niere schädigten. „Die Nierenfunktion der Patientin beträgt aktuell noch 40 Prozent“, sagte Hugo. Er warnte, die Blutgerinnsel könnten auch an anderen Orten zu schweren Schädigungen führen, etwa im Gehirn. Bei der 60-Jährigen sei das Hirn jedoch nicht betroffen.

Unterdessen meldete die Klinik einen zweiten Fall der Darminfektion. Am Morgen sei eine Patientin eingeliefert und EHEC-positiv getestet worden, sagte Hugo. Ob sie auch an Folgeerkrankungen leide, sei offen. Die Untersuchungen seien noch im Gange.

dapd