Erster Kindergarten für hörgeschädigte Kinder in Dresden

Mit der Kita auf der Maxim-Gorki Straße in Trachenberge gibt es in Dresdens erstmals ein inklusives Betreuungsangebot für hörgeschädigte Kinder. Ab 1. Juli werden die Kinder dort mit Gebärdensprache bilingual aufwachsen. +++

Erstmals schafft die Landeshauptstadt ein inklusives Betreuungsangebot für hörgeschädigte Kinder in Dresden. Am 1. Juli 2015 ist der erste Tag für die Kinder in der Kindertageseinrichtung Maxim-Gorki-Straße 4, die dort mit Gebärdensprache bilingual aufwachsen. 143 Jahre nachdem in Dresden Deutschlands erster Kindergarten für gehörlose Kinder eröffnet wurde, setzt die Landeshauptstadt Dresden mit dieser Einrichtung die innovative Tradition Johann Friedrich Jenckes* fort.

Dafür wurde am Standort Maxim-Gorki-Straße 4 das historische Gebäudeensemble zu einem Bildungs- und Lebenszentrum für hörgeschädigte Mädchen und Jungen sowie Kinder ohne Beeinträchtigungen saniert und modernisiert. In dem um 1900 errichteten und nach einjähriger Sanierung fertig gestellten Gebäudekomplex werden eine Kindertageseinrichtung, die Ganztagsbetreuung des Förderzentrums der Johann-Friedrich-Jencke-Schule sowie das Heim für hörgeschädigte Kinder und Jugendliche einziehen. Neben der Modernisierung des Gebäudes und dem Einbau einer Lüftungsanlage wurden auch raumakustische Maßnahmen zur besseren Unterstützung hörgeschädigter Kinder umgesetzt.

Am 1. Juli 2015 beginnt die Kindertageseinrichtung als Kindergarten für Kinder ab 3 Jahren mit 92 Kindergarten- und 10 Integrationsplätzen. Der Kindergarten setzt das Konzept „Bilingual aufwachsen mit Gebärdensprache“ um und nimmt Kinder mit und ohne Hörbeeinträchtigung auf.

Im Team der pädagogischen Fachkräfte arbeiten auch Muttersprachler/-innen im Bereich der Gebärdensprache. Den Mädchen und Jungen stehen neben Sinnes- und Musikraum, Bau- und Konstruktionsraum, Rollenspielbereich und Atelier, auch ein Kinderrestaurant zur Verfügung. Im Rahmen des „Netzwerks von hörenden und gehörlosen Menschen“ arbeitet die Kindertageseinrichtung mit der Soziale Beratungsstelle des Stadtverbandes der Gehörlosen Dresden e.V. zusammen. Die Anmeldung für einen Betreuungsplatz erfolgt über das Online-Portal der Landeshauptstadt Dresden (https://kita-anmeldung.dresden.de) oder über die Zentrale Beratungs- und Vermittlungsstelle im Rathaus, Dr.-Külz-Ring 19.

Ende August werden dann auch die Ganztagsbetreuung des Förderzentrums der Johann-Friedrich-Jencke-Schule sowie das Heim für hörgeschädigte Kinder und Jugendliche in ihre sanierten Räume einziehen. Die Landeshauptstadt Dresden investierte in die Gesamtsanierung und Gestaltung der Außenanlage insgesamt 3,86 Millionen Euro.

* Johann Friedrich Jencke war der Gründer und erste Direktor der Taubstummenschule in Dresden.

Quelle: Landeshauptstadt Dresden