Erstes Schwarzwildgroßgatter zur Jagdhundeausbildung in Sachsen eröffnet

Der Staatsbetrieb Sachsenforst hat sein neu errichtetes Schwarzwildgatter im Wermsdorfer Wald bei Leipzig an den Landesjagdverband Sachsen übergeben. Bisher reisten sächsische Hundeführer zur Ausbildung ihrer Vierbeiner in benachbarte Länder. +++

Der Staatsbetrieb Sachsenforst hat heute sein neu errichtetes Schwarzwildgatter im Wermsdorfer Wald bei Leipzig an den Landesjagdverband Sachsen übergeben. Dieser wird das Schwarzwildgatter künftigbetreiben undden reibungslosenund tierschutzgerechtenAblauf der Jagdhundeausbildungam wehrhaften Wild garan-tieren. Die Schwarzwildstrecke liegt in Sachsen seit Jahren auf einem konstant hohen Niveau. Im Jagdjahr 2015 wurdenlandesweit etwa 27.000 Schwarzkittel erlegt. Gleichzeitig steigendie Schäden, die die Landnutzer, allen voran die Landwirte, aber auch Waldbesitzer, zu tragen haben, stetig.Eine wirksame Reduktion der Schwarzwildbestände konnte trotz intensiver jagdlicher Bemühungen noch nicht erreicht werden.Weildie Ursachen hierfür komplex sind, müssen alle Beteiligtengemeinsam handeln: „Es liegt in unserer Verantwortung als Jägerund Flächen-verwalter, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Revierübergreifenden, gut orga-nisierten Drückjagden fällt dabei eine Schlüsselrolle zu“ soLandesforstpräsident Prof. Dr. Hubert Braun im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung.Als wichtiger Handlungsschritt erfolgte bereits im Juni 2014 die Unterzeichnung der „Freiberger Erklärung“. Neben Sachsenforst unterzeichneten dasgemeinsameGrundsatzpapierder Landesjagdverband Sachsen,der Sächsische Landesbau-ernverband, derSächsischeWaldbesitzerverband sowie dieLandesarbeitsge-meinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitze. Die intensivere Durchführung von Drückjagdenist ein wesentliches Standbein dieses Konzeptes, der Einsatz von gut ausgebildeten, früh an die Schwarzwildjagd gewöhnten Hunden die unerlässliche Grundlage desselben.Der Erfolgder Drückjagden basiert zum Wesentlichen darauf, dass speziell ausgebildete Jagdhunde die Wildschweine beunruhigen, so dass diese ihre Einstände und Dickungen verlassen. Die Jäger können dann von einem Hochstand aus das Schwarzwild sicher ansprechen und erlegen. Eine effektive und tierschutzgerechte Wildschweinbejagung ist ohne die vierbeinigen Jagdhelfer kaum möglich.„Im Forstbezirk Leipzig, in dem das Schwarzwildgatter liegt, werden jährlich bis zu 80 % der gesamten Jahresstrecke an Schwarzwild auf den herbstlichen Drückjag-den erlegt. Das unterstreicht die Bedeutung gut ausgebildeter Stöberhunde für die Jagd“, so Forstdirektor Andreas Padberg,

Jagdhunde sammeln im Schwarzwildgatter Erfahrungen mit den Wildschweinen und lernen deren Wehrhaftigkeit kennen. Der Hundeführer hat die Möglichkeit, das Verhalten seines Hundes anzupassen, um sowohl den Hund, als auch das Schwarzwild vor Verletzungen zu schützen.Dieser Ausbildungsprozess ist notwendig und kann in einem Schwarzwildgatter unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt werdenDr. Gert Dittrich, Präsident des Sächsischen Landesjagdverbandesfreut sich: „Das Schwarz-wildgatter schließt eine bedeutendeLückebei der qualifizierten Ausbildung von brauchbaren Jagdhunden in Sachsen. Es ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“ Bisher mussten sächsische Hundeführer zur Ausbildung ihrer Vierbeiner in benachbarte Bundesländer reisen.

Quelle: Landesjagdverband Sachsen e. V.

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