Erstmals in Sachsen: „„’Was damals Recht war…’ – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht“

Die Ausstellung, die bis zum 25. Mai in der Unteren Wandelhalle des Neuen Rathauses zu sehen ist, zeigt, wie Unrecht und Willkür den Alltag der Wehrmachtsjustiz kennzeichneten und Tausende Männer und Frauen, Soldaten und Zivilisten der Unrechtsjustiz zum Opfer fielen. +++

Mehr als 30.000 Todesurteile an Deserteuren, „Wehrkraftzersetzern“ und „Kriegsverrätern“ wurden gefällt. 

Die Ausstellung wurde von der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin erarbeitet und ist zum ersten Mal in Sachsen zu sehen. Auf einzelnen Stelen sind 16 Lebenswege von Verurteilten nachgezeichnet. Auch fünf Richter, die während der NS-Zeit Urteile fällten, wurden porträtiert. Der Förderverein „Dr. Margarete Blank e.V.“, Träger der Gedenkstätte für Zwangsarbeit in Leipzig, und die Initiative „Geschichte vermitteln“ haben ein umfangreiches Begleitprogramm zur Ausstellung entwickelt. Es zeigt die regionalhistorische Sicht und umfasst Zeitzeugengespräche, Führungen, Gedenkstättenfahrten, Filmvorführungen und Vorträge.

 „Die Ausstellung trägt zur Aufklärung über ein verbrecherisches System bei. Durch das  Begleitprogramm wird  einerseits der Blick noch geweitet und andererseits der regionale Bezug hergestellt. Wir hoffen, dass es vor allem auch von Schulen genutzt wird“, sagt Kulturamtsleiterin Susanne Kucharski-Huniat.