Erstmals weniger als 200.000 Arbeitslose in Sachsen

Chemnitz (dapd-lsc). Erstmals seit Einführung der Arbeitslosenstatistik 1991 ist die Zahl von 200.000 Arbeitslosen in Sachsen unterschritten worden.

Zugleich profitiert der sächsische Arbeitsmarkt weiter von einer guten Wirtschaftslage, doch im Vorjahresvergleich geht die Einstellungsbereitschaft der Betriebe leicht zurück, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag in Chemnitz mitteilte. Auch die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wurden zurückgefahren.

Im Juni waren 198.993 Frauen und Männer arbeitslos. Am Beginn der Erfassung der Arbeitslosenzahlen im Januar 1991 waren 200.098 Menschen ohne Job. Auch die Arbeitslosenquote von derzeit 9,4 Prozent war noch nie niedriger. Im Mai betrug die Quote noch 9,8 Prozent und im Juni vergangenen Jahres 10,3 Prozent.

Der Geschäftsführer für den Bereich Arbeitslosenversicherung in der Regionaldirektion Sachsen der Bundesarbeitsagentur, Sylvio Herzog, schätzte die Entwicklung in Sachsen als „insgesamt erfreulich“ ein. „Die Gründe liegen insbesondere in der stabilen Konjunktur, der anhaltenden saisonalen Effekte und der Demografie“, sagte Herzog.

Einschränkend fügte er hinzu, dass die sächsischen Betriebe nicht mehr ganz so kräftig Personal nachfragten wie 2010 und 2011. So wurden den zehn sächsischen Arbeitsagenturen im Juni 8.950 Stellen gemeldet. Das waren 1.389 weniger als im Mai und 1.579 weniger als vor einem Jahr. Mit 53.645 gemeldeten Stellen seit Januar liege die Einstellungsbereitschaft 4,8 Prozent unterm ersten Halbjahr 2011, sagte Herzog. Unverändert würden die meisten Arbeitskräfte in der Zeitarbeit und im Verarbeitenden Gewerbe gesucht. Wie für die Jahreszeit üblich, meldeten auch Bau- und Gastgewerbe erhöhten Bedarf.

Wie die Regionaldirektion weiter mitteilte, haben im Juni rund 70.100 Menschen an Weiterbildungen, Praktika und anderen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilgenommen. Insgesamt seien damit rund 27.600 Einzelmaßnahmen weniger als vor einem Jahr gefördert worden. Die sogenannte Unterbeschäftigung, in der auch aktuell dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehende Personen erfasst werden, sei im Vorjahresvergleich um 9,3 Prozent gesunken.

Nach Arbeitsagenturbezirken ist die Arbeitslosigkeit in Plauen – identisch mit dem Vogtlandkreis – mit einer Quote von 7,6 (Mai: 8,1) Prozent erneut am niedrigsten, gefolgt von Zwickau mit 8 (8,3) Prozent. Die höchste Quote weist weiter Bautzen mit 11 (11,4) Prozent auf. Nach Landkreisen hat Görlitz mit 12,2 (12,6) Prozent weiter die „rote Laterne“.

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dapd