Erzieherberuf in Sachsen zu unattraktiv: Schlechte Bezahlung ist Hauptursache!

Wie der Erzieher-Gewerkschaft GEW und Wohlfahrtsverbände im Freistaat am Dienstag mitteilten, ist der Beruf des Erziehers in Sachsen immer noch sehr unattraktiv. Grund ist dafür die mangelnde Bezahlung und Wertschätzung durch andere. +++

Rund ein Jahr vor Inkrafttreten der Kita-Platz-Garantie gibt es im Freistaat immer noch zu wenige Erzieherinnen. Im Schnitt muss sich eine Betreuerin um sechs Kinder kümmern. Empfohlen ist aber ein Verhältnis von 1:3. Nur in Sachsen-Anhalt und Brandenburg sind die Zahlen noch bedenklicher. Das ergab eine Studie der Bertelsmann-Stiftung.

Doch nicht nur in der aktuellen Situation hinkt Sachsen hinterher. Auch der Zuwachs an Erzieherinnen in den letzten fünf Jahren lässt zu wünschen übrig. Lag der bundesweite Schnitt bei rund 25 Prozent mehr Betreuerinnen, die zwischen 2006 und 2011 eingestellt wurden, so waren es in Sachsen im gleichen Zeitraum lediglich 11 Prozent.

Besonders bedenklich ist laut der Studie auch die Anzahl an Teilzeitkräften im Kita-Bereich. Rund 78 Prozent der Erzieherinnen haben keine „volle Stelle“ – eine erschreckende Zahl, da vor allem im Kleinkindalter eine feste Bezugsperson wichtig ist.

Grund sei laut dem GEW die schlechte Bezahlung und die hohe Teilzeitquote in diesem Bereich. Die Gewerkschaft verlangt daher auch mehr Wertschätzung für die Mitarbeiter. „Wir müssen Quantität und Qualität verbinden“, erklärte der Vorsitzende der Liga der Freien Wohlfahrtsverbände, Rüdiger Unger, am Dienstag in Dresden.

Neben den fehlenden Bau-Investitionen sei der Mangel an Fachkräften im Bereich der Betreuung die größte Herausforderung. GEW-Vizechef Lutz Stephan dazu: „Für Krippen und Kitas braucht es nicht nur Häuser, sondern auch Fachkräfte.“