Es ist DOK – Zeit in Leipzig + Video

Es ist eine feste Größe in Leipzigs Kulturwelt. Fast schon Tradition. Alle Jahre wieder …

Das Festival für Dokumentar- und Animationsfilm. Mehr als ein halbes Jahrhundert trägt es mittlerweile auf seinen Schultern. Doch gealtert ist das internationale Filmfestival keineswegs. Ganz im Gegenteil. Die 51. DOK Woche begeistert besonders durch Filme, deren Heimat eine noch sehr junge Kinogeschichte hat.

Da klebt ein Mädchen an der Wand. Kopftuch. Knarre. Kalter Blick. Im ersten Moment ein verwirrendes Motiv. Im zweiten … Ein Werbeplakat der Leipziger DOK-Woche. Das Festival startete gestern in die 51. Runde.

Interview: Claas Danielsen, Festivaldirektor

Und sie verändert sich tagtäglich. Ein Blick auf die aktuelle Finanzkrise zeigt, auch das DOK-Festival ist den Geschehnissen in der Welt unterworfen.

Interview: Claas Danielsen, Festivaldirektor

Finanzielle Engpässe. Für einige Gast-Regisseure nicht das einzige Hindernis auf Dreh. Im Sonderprogramm Afghanistan Innenansichten haben junge afghanische Filmemacher das eingefangen, was westlichen Kameras oft verborgen bleibt.

Interview: Ali Karimi, Filmkritiker aus Afghanistan

Durch die Objektive der Weltpresse schauen wir auf ein Afghanistan, in dem wenig in Ordnung zu sein scheint. Aber ist dieses Bild wirklich objektiv? Wie es aussieht, wenn ein Afghane selbst auf sein Land schaut, zeigen 15 Kurzfilme. Darunter MESH. In 25 Minuten setzt sich Regisseurin Aarzoo Burhani mit der Burka auseinander – dem Kleidungsstück, mit dem wir oft Afghanistan verbinden.

Filmausschnitt

Wer nun meint, in Afghanistan würden keine Filme produziert, der irrt. Doch die wenigsten sind potentielle Kandidaten für DOK Leipzig.

Interview: Martin Gerner, Kurator „Afghanistan – Innenansichten“

Der Wille ist da. Und was sagt das Gefühl über die Zukunft des afghanischen Films?

Interview: Martin Gerner, Kurator „Afghanistan – Innenansichten“

315 Filme aus mehr als 50 Ländern werden in sechs Tagen gezeigt. Eingereicht wurden knapp 2000. Schwierig, da eine Auswahl zu treffen.

Interview: Claas Danielsen, Festivaldirektor

Starke Nerven braucht auch Avi Mograbi, Dokumentarfilmer aus Israel. Sein Film Z32 läuft im internationalen Wettbewerb.

Filmausschnitt

Ein israelischer Elitesoldat hat vor zwei Jahren an einer Racheaktion gegen Palästinenser im Westjordanland teilgenommen. In der Anonymität einer filmischen Maske ringt der jungen Mann mit seiner Schuld und sucht Vergebung.

Filmausschnitt

So hat jedes Land seine Geschichte. Jede Stadt ihre Traditionen. Und so flog auch am Montag wieder die Taube … allerdings über die Leinwand.