Essen zum Vergessen!

Die Dresden Monarchs haben im letzten Spiel der regulären Saison 2009 eine deutliche Niederlage einstecken müssen. Beim Gastspiel in Essen hieß es am Ende 69:21 aus Sicht der gastgebenden Cardinals (21:7/28:7/10:0/10:7).

In der NFL – der Mutter aller Football-Liegen – läuft gerade die Pre-Season. In dieser Zeit der Saisonvorbereitung testen die Profiteams in einigen Spielen vieles aus. Die Coaches lassen ihre teuren und wertvollen Stars meist nur für ein paar Spielzüge aufs Feld. Ansonsten dürfen neue Spieler und solche, die bisher mehr als Ersatz galten ran. Sie dürfen zeigen was sie können und sich so vielleicht für die dann im September beginnende Saison empfehlen.

In der GFL geht die Saison gerade zu Ende. Und dennoch machten es die Dresden Monarchs am Samstag in Essen so wie die Profis in den USA: Auf dem Platz waren fast nur Spieler, die sonst zugucken müssen, wenn die erste Garde um Punkte kämpft. Warum? Für Dresden ging es in diesem letzten Match der Regular Season um nichts mehr. Der dritte Tabellenplatz in der Gruppe Nord und damit das Ticket für die Play-Offs stand nicht mehr zur Disposition. Chance für den zweiten Anzug und Schonung für die Starter!

Dennoch sah es zu Beginn der Partie noch wie gewohnt aus: Dresdens QB Kyle Israel lief mit seiner Offense aufs Feld, nahm sich einmal den Ball und gab dann umgehend des Staffelstab an seinen Backup Martin Kisza weiter. Um es gleich vorweg zu nehmen: Kisza machte seine Sache ordentlich. Er brauchte nur lange um richtig ins Spiel zu kommen. Das die Niederlage am Ende so deutlich ausfallen würde ist ganz gewiss nicht allein seine Schuld!

„Schuld“ war vor allem Essen! Für die ging es freilich noch um etwas. Nur ein Punktgewinn gegen Dresden würde das letzte übrig gebliebene Play-Off Ticket sichern. Und entsprechend legten die Cardinals los. Ronald Curley begann den munteren Touchdown Reigen mit einem Lauf über gut 35 Yard (PAT Jungblut 7:0). Daniel Berg machte es ihm wenig später gleich: TD Lauf über 22 Yard (PAT Jungblut 14:0). Dresden verkürzte zwischenzeitlich. Elias Betka fing einen fehlgeleiteten Pass der Cards-Offense ab und lief seinerseits zum Touchdown (PAT Lüdeck 14:7).

Das machte auf die Gastgeber wenig bis gar keinen Eindruck: erneut lief Ronald Curley zum TD (PAT Jungblut 21:7).

Und erst jetzt war das erste Viertel beendet. Sicher: auch die Spieler in der zweiten Reihe der Monarchs können Football spielen. Nur hatten sie bisher selten bis nie die Chance das auch mal unter Wettkampfbedingungen zu tun. Und vor allem: miteinander! Zu deutlich fehlte die Abstimmung untereinander, zu oft wurden falsche Wege gegangen, zu oft ging der Ball einfach verloren. Es dauerte bis kurz vor Halbzeit, eh der Monarchs Angriff zum ersten Mal punkten konnte. Kisza bediente Jens Melerke mit einem Pass über knapp 5 Yard in der Endzone (PAT Lüdeck 42:14). Dem voraus gingen allerdings drei weitere Touchdowns der Cardinals von Ronald Curley, Tobias Schüßler und Brandon Emeott. Und auch den schon erwähnten Monarchs-TD liesen die Gastgeber nicht unbeantwortet: noch vor der Pause erhöhte Emeott auf 49:14.

Wenig Änderung in Durchgang zwei – mit Ausnahme der Tatsache, das nun auch Essen einen Gang zurück schaltete und dem eigenen Ersatz Spiel- und Erfahrungszeit gab. Für weitere Punkte reichte es allemal: Thomas Schulz und Jan Lamers erzielten weitere Touchdowns und Sascha Jungblut verwandelte ein 20 Yard Fieldgoal. Die Monarchs kamen nur noch einmal in die Endzone: Andre Leicht lief über 2 Yard zum dritten und letzten Touchdown.

Essen steht damit verdient in den Play-Offs und in Dresden ist man um ein paar wichtige Erfahrungen reicher. Jetzt kommt es darauf an, das diejenigen, die an diesem Samstag ausnahmsweise mal nur zuschauen durften, in gut einer Woche wieder auf Betriebstemperatur kommen. Dann wenn die Monarchs zum Play-Off Viertelfinale nach Marburg reisen.

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