„Europa ist unser Schicksal“

Fotos zur Festveranstaltung. Hans-Dietrich Genscher (FDP), der frühere Bundesaußenminister sprach Donnerstagabend zu ca. 500 Gästen der Friedrich-Naumann Stiftung im Gewandhaus zu Leipzig.

Der „Architekt der deutschen Einheit“, wie er von Dr. Wolfgang Gerhardt MdB, Vorsitzender des Vorstands der Stiftung für die Freiheit, in der Begrüßung genannt wurde, hielt eine ergreifende Rede, mit der er noch einmal die Vergangenheit passieren ließ und gleichzeitig den Bogen zur Zukunft spannte.

Uffe Ellemann-Jensen übernahm das Grußwort an dem Abend, bevor Genscher zum Pult trat. Der ehemalige dänische Außenminister und enge Freund Genschers bezeichnete den Berliner Mauerfall als „Sternstunde der Menschheit“ und ließ bei vielen Gästen die Erinnerung an den Tag aufleben, an dem sich das ostdeutsche Volk für die Freiheit endschied. „Denn, die Mauer wurde“, so Genscher, „vom Osten her zum Einsturz gebracht.“

Hans-Dietrich Genscher sprach von Leipzig. „Die Friedrich Naumann Stiftung hat mit Leipzig den richtigen Ort und das richtige Datum für diese Festveranstaltung gewählt.“, so Genscher. Weiterhin lobte er Leipzig und seine Bürger für deren Rolle in der friedliche Revolution, „hier entschied sich die Frage der Freiheit“. Besonders hob er zwei Leipziger hervor, die den Slogan „Wir sind das Volk“ lebten – Christian Führer und Kurt Masur.

Auch mahnte der 82-jährige Genscher vor der Zukunft. „Klare Ziele müssen formuliert werden.“, betonte er immer wieder. „Wir wollen kein deutsches Europa, sondern brauchen ein europäisches Deutschland.“ Deutsche Mondmissionen seien Unsinn, er wolle viel lieber in die Sahara reisen, um alternative Energieprojekte voranzutreiben. Geschichte passiert nicht einfach so – „Geschichte wird von Menschen mit Visionen gemacht“. Die europäische Union müsse enger zusammenarbeiten. Ziele, wohin alle Länder gemeinsam steuern wollen, müssten vorerst klar formuliert werden, um eine Einheit zu bilden.

Zu den Gästen der Festveranstaltung zählten sowohl hochrangige FDP-Politiker aus ganz Deutschland, Oberbürgermeister Burkhardt Jung, interessierte Leipziger Bürger als auch Stiftungsmitglieder und Vertreter der Medien.