European Cricket Series zu Gast in Dresden

Dresden - Wer wird der European Cricket Series Champion? Das ermitteln in dieser Woche fünf ostdeutsche Teams, darunter aus Chemnitz und Dresden. Doch wie funktioniert die englische Nationalsportart eigentlich und warum ist Dresden der Gastgeber der Cricket Series?

Die European Cricket Series macht in dieser Woche Halt in Dresden. Die neue Veranstaltungsreihe wurde von dem ECN, dem European Cricket Network entwickelt. Der traditionell geprägte Sport soll so interessanter für das europäische, aber auch das deutsche Publikum gemacht werden. Vor dem Turnier in Dresden war die European Cricket Series bereits in Hannover, Hamburg und Frankfurt zu Gast. "Wir sind gespannt auf die ostdeutschen Cricket-Teams und was die so zu bieten haben", sagt Medha Daub vom European Cricket Network, die das Projekt in der Landeshauptstadt leitet.

Fünf ostddeutsche Teams aus Berlin, Chemnitz und Dresden kämpfen dabei um den Sieg. Gespielt wird im Dresdner Ostragelände auf dem Rasen von Ralf Gabriel, dem Eigenbetriebsleieter der Sportstätten.
Doch wie kam es dazu, dass Dresden der Austragungsort für die European Cricket Series geworden ist? Ralf Gabriel, der Eigenbetriebsleiter des Sportstättenbetriebs Dresden, spricht von einer Win-Win-Situation. Der Initiative des Veranstalters ist es zu verdanken, dass das Turnier in Dresden stattfindet. Die aktuell unbenutzten Plätze haben so doch noch eine Verwendung gefunden.

Die Wenigsten kennen jedoch die Spielregeln des englischen Nationalsports. Projektleiterin Medha Daub bringt die wichtigsten Regeln kurz auf den Punkt.

Cricket ist ein Duell zwischen Schlagmann und Werfer. Die Feldmannschaft wirft dem Schlagmann der gegnerischen Mannschaft den Ball zu. Dieser muss nun versuchen den Ball zu treffen, um dadurch Punkte zu erzielen. In dem neuen Spielformat sind es um die 100 bis 110 Punkte, erklärt Medha Daub. Anschließend werden die Rollen getauscht. Die Feldmannschaft wird dann zur Schlagmannschaft und versucht die Punktzahl des Gegners um einen Punkt zu übertreffen. Der Werfer probiert dabei immer die Stumps, eine Art Tor, zu treffen. Schafft er das, ist der Schlagmann der gegnerischen Mannschaft raus und darf in diesem Spiel keine Punkte mehr schlagen. 

Gastgeber ist der seit 2007 bestehende RC Dresden. Die Cricket-Abteilung wurde im gleichen Jahr vom gebürtigen Australier Francis Stewart gegründet. Und das obwohl Cricket in Deutschland alles andere als weit verbreitet ist. "Es ist weltweit ein sehr bekannter Sport sowie das zweitbeliebteste Spiel gleich nach Fußball. Fast ein Viertel der Weltbevölkerung sind begeistert von Cricket, besonders in Indien", sagt Francis Stewart, Präsident Abteilung Cricket beim RC Dresden.

Einer der dienstältesten Dresdner Cricket-Spieler ist Sandeep Kamboj. Mit 118 Runs ist er aktuell der beste Batsman im Turnier. Seit zehn Jahren spielt er schon an der Elbe.

Der "Randsportartenverein" RC Dresden besteht aus mehreren Abteilungen. Neben Cricket, wird beim RCD auch Rugby, Australian Football und Hurling gespielt. Vor allem im Bereich Cricket sucht der Verein Nachwuchstalente. Die Verantwortlichen des RCD haben sich bereits an Schulen nach neuen Mitgliedern umgeschaut, um im Rahmen von Ganztagsangeboten den Jugendlichen Cricket näher zu bringen. Die Nachfrage ist allerdings noch nicht so hoch wie es sich die Verantwortlichen wünschen würden, erklärt Severin Weiß, Vorstand des RC Dresden. Weitere Informationen rund um den "Rugby Cricket Dresden" gibt es hier.

Noch bis zum Freitag messen sich die fünf Ostdeutschen Teams, um am Ende den Dresdner European Cricket Series Champion zu ermitteln.