EXOPET-Studie zeigt: Viele Halter exotischer Tiere sind nicht richtig informiert

Leipzig – Dieser Nymphensittich leidet. Denn er ist einsam. Wie alle exotischen Vögel braucht er einen Partner, um artgerecht gehalten zu werden. Sonst wird er krank und landet dann eben hier in der Klinik für Vögel und Reptilien der Universität Leipzig.

Tagtäglich sehen Prof. Krautwald-Junghanns und ihr Team Tiere mit haltungsbedingten Erkrankungen, die oftmals einfach nur dem Unwissen geschuldet sind.

Bei der EXOPET-Studie der Uni wurden nicht nur Halter, sondern auch Tierärzte, Händler und Tierheime befragt. Sie kam zu dem Ergebnis, dass es einen erheblichen Informationsbedarf zur artgemäßen Haltung von Exoten gibt. Und der muss einsetzen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist, also vor der Anschaffung des Tieres.

Welche Folgen zum Bespiel falsche Ernährung haben kann, sieht man am Beispiel dieser Griechischen Landschildkröte. Ihr Panzer ist völlig verwachsen.

Rückgängig machen können die Tierärzte dieses Problem trotz Behandlung nicht mehr. Oftmals werden die Tiere dann auch einfach ausgesetzt oder von ihren Besitzern nicht wieder abgeholt. Auch das Leipziger Tierheim beherbergt mittlerweile jede Menge Exoten. Nicht nur Schildkröten, auch ausgewachsene Pythons sind dabei, von denen ihre Besitzer vermutlich schlicht und einfach überfordert waren.

Die große Zahl an Reptilien und anderen Exoten stellt das Tierheim vor enorme Herausforderungen, denn es ist dafür gar nicht ausgelegt. Zudem lassen sich viele der Tiere – wie gerade die Schlangen – kaum oder überhaupt nicht vermitteln und müssen zwangsläufig im Tierheim bleiben. Schon jetzt reicht der Platz kaum aus.
Auch die Universität Leipzig sieht durch die Ergebnisse der Studie dringenden Handlungsbedarf und will den Gesetzgeber in die Pflicht nehmen. Die Verbesserung des Tierschutzes steht immerhin auch im Koalitionsvertrag. Jetzt braucht es endlich konkrete Maßnahmen.