Expertentipps des Mietervereins Dresden zum Thema Heizkostenabrechnung

Abrechnungen, die das Kalenderjahr 2014 betreffen, müssen bei Mietern bis zum 31. Dezember eingegangen sein. Versäumt der Vermieter diese Frist, kann er in der Regel keine Nachforderungen mehr stellen. Mehr auf www.dresden-fernsehen.de +++

Nach geltender Rechtslage müssen dem Mieter Heizkostenabrechnungen innerhalb eines Jahres zugeschickt werden. Abrechnungen, die das Kalenderjahr 2014 betreffen, muss der Mieter daher bis zum 31.12.2015 vorliegen haben. Versäumt der Vermieter diese Frist, kann er in der Regel keine Nachforderungen mehr stellen. Nach Einschätzung des Mietervereins Dresden und Umgebung e.V. sind vor allem Abrechnungen, die erst kurz vor Ablauf der Frist eintreffen, häufig fehlerhaft. Eine Überprüfung lohnt sich für den Mieter hier fast immer.

Einwendungen gegen eine Abrechnung können bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Zugang derselben an den Vermieter (nicht an die Messdienstfirma!) gerichtet werden. Steht in der Abrechnung eine kürzere Einwendungsfrist, so ist das unwirksam. Unabhängig davon sind Nachzahlungen in der Regel innerhalb von 30 Tagen zu begleichen. Ohne ausdrückliche Zustimmung des Mieters kann aber weder eine erfolgte Nachzahlung noch die Entgegennahme eines Guthabens als endgültige Anerkenntnis des Abrechnungsergebnisses gewertet werden.

Zur Durchführung der verbrauchsabhängigen Heizkostenabrechnung muss einmal im Jahr der Heizenergieverbrauch in den Wohnungen durch so genannte Wärmemessdienstfirmen ermittelt werden. Der Termin zum Ablesen der Heizkostenverteiler muss mindestens 10 bis 14 Tage vorher angekündigt werden. Die Mieter oder Wohnungseigentümer müssen entweder einzeln oder durch einen Aushang an gut sichtbarer Stelle benachrichtigt werden.

Kann der erste Termin nicht wahrgenommen werden, sollte nach Auffassung des Deutschen Mieterbundes (DMB) ein zweiter Termin individuell vereinbart werden. Geschieht dies nicht, muss im Abstand von 14 Tagen der zweite Termin durchgeführt werden, möglichst nach 17.00 Uhr. Nur wenn der Mieter seine mietvertraglichen Pflichten schuldhaft verletzt hat, beispielsweise den vorgegeben Ablesetermin grundlos „platzen“ lässt, muss er gegebenenfalls die Kosten eines zusätzlichen dritten Termins als Schadensersatz zahlen.

Macht die Ablesung wegen Geräteausfalls keinen Sinn oder verweigert der Mieter wiederholt die Ablesung der Heizkostenverteiler, darf der Verbrauch für diese Wohnung ausnahmsweise geschätzt werden. Der Mieterverein Dresden und Umgebung e.V. weist darauf hin, dass hierbei entweder auf den Verbrauch der betreffenden Räume in früheren Abrechnungsperioden oder den Verbrauch vergleichbarer Räume im Haus innerhalb der aktuellen Abrechnungsperiode zurückgegriffen werden muss. Andere Schätzverfahren, die sich beispielsweise auf Durchschnittswerte des gesamten Hauses stützen, sind ungenau. Auf sie sollte nur ausnahmsweise zurückgegriffen werden.

Quelle: MIETERVEREIN DRESDEN UND UMGEBUNG E.V.