Extremwetter nimmt zu

Am Freitagnachmittag kam es bei einer extremen Wettersituation zu einer folgenschweren Massenkarambolage.

 Nach wochenlanger Trockenheit trafen staubtrockener Sandboden und schwere Sturmböen aufeinander. Binnen Sekunden gingen die Sicht gegen Null und es kam im Sandsturm zu zahlreichen Unfällen mit etlichen Toten und Verletzten.

Untersuchungen des Wetterdienstes WETTER.NET aus Wiesbaden haben ergeben, dass sich die Zahl der extremen Wetterereignisse in Deutschland zwar nicht signifikant erhöht hat, wohl aber deren Intensität und Ausmaße.

„Extremwetter wie Sturm, Gewitter, große Hitze oder Kälte treten in immer größeren und schadensträchtigeren Ausmaßen auf. Denken wir nur etwa an die von Ende November 2010 bis Anfang Januar 2011 andauernde Kältewelle mit noch nie dagewesenen Rekordschneefällen um Weihnachten oder an die Überflutungen im vergangenen Sommer in Sachsen, Bayern, Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen – binnen 24 Stunden kamen dort Regensummern wie sonst nur in zwei oder gar drei Monaten üblich vom Himmel“ so Diplom- Meteorologe und Klimaexperte Dominik Jung.

Eine wichtige Rolle spielt dabei der Klimawandel. Er begünstigt die Entstehung extremer Wetterereignisse.

Allerdings ist bis heute nicht genau klar, ob und welchen Anteil der Mensch am Klimawandel trägt: Ist der menschliche Einfluss hauptverantwortlich für den Klimawandel oder spielt er am Ende doch nur eine unwichtige Nebenrolle?

„Wissen wir eigentlich sicher wohin die Klima-Reise in Zukunft überhaupt geht? Selbst prominente Klimaforscher sind sich uneins. Hieß es vor zehn bis 15 Jahren noch, dass es in Deutschland keine Winter mehr mit Eis und Schnee geben würden, rudern sie nun nach und nach zurück. Teilweise ist sogar von einer Atempause bei der Klimaerwärmung die Rede. Für den Normalbürger ist das oft nur schwer nachvollziehbar: Wer folgt hier wem? Das Klima der Prognose oder die Prognose dem Klima?“ gibt Jung zu bedenken.

Studien und langfristige Berechnungen von WETTER.NET haben ergeben, dass wir auch in diesem Jahr wieder mit zahlreichen extremen Wetterereignissen rechnen müssen. Demnach sind besonders im Mai, Juli und Oktober die Wahrscheinlichkeiten für Extremwetterlagen mit 70 bis 80 Prozent relativ hoch. In den übrigen Monaten zwischen Mai und Oktober betragen die Wahrscheinlichkeiten für das Auftreten von Unwettern immerhin noch rund 50 bis 60 Prozent.

„Extremwetter ist auch das Thema eines Kongresses, der kommende Woche in Hamburg stattfindet. Zahlreiche Wissenschaftler werden dort in Vorträgen ihre neusten Erkenntnisse präsentieren. Ich bin gespannt was wetter- und klimatechnisch laut den Kollegen noch alles auf uns zukommen kann“ so Diplom-Meteorologe Jung, der ebenfalls beim Extremwetterkongress zu Gast sein wird.