Fällt der meteorologische Sommerstart ins Wasser? Es droht Hochwasser!

Wie am Montag bereits angekündigt wird es nach einem vielfach freundlichen Dienstag noch einmal richtig nass.

Nach den aktuellen Berechnungen könnte es dabei für den Westen und den Süden besonders dicke komme. Bis Samstagabend sollen dort nochmal 50 bis 100, lokal sogar bis 120 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel kommen und das nachdem es bereits in den vergangenen 14 Tagen dort überall schon sehr kräftig geregnet hat. Die Böden sind voll, der Grundwasserspiegel hoch und die Flüsse nahezu überall randvoll.

“Nahezu jeder Tropfen der in den kommenden Tagen vom Himmel fällt wandert ungehindert in die Bäche und Flüsse. Sollten es tatsächlich zu den angedeuteten massiven Niederschlägen kommen, dann droht in einigen Landesteilen ein größeres Hochwasser. Nach aktuellem Stand wären besonders gefährdet: das Saarland, Rheinland-Pfalz, Bayern und Baden-Württemberg. Aber auch in Sachsen und Thüringen könnte es nochmal stark regnen. Am besten würde demnach der Norden davonkommen. Dort gäbe es deutlich weniger Niederschlag” so Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net.

Die Grafik zeigt die Niederschläge, die in Europa in den kommenden 7 Tagen zu erwarten sind. Je rötlicher die Farbe, desto mehr Niederschlag wird erwartet. Besonders kräftig soll es demnach im Westen und Südwesten regnen. Dort werden 100 bis 125 Liter Regen pro Quadratmeter vorhersagt. Betroffen wären besonders Rhein, Mosel, Nahe, Saar, Sauer, Neckar, Donau und auch der Main.

Allerdings ist das derzeit noch eine Momentan-Aufnahme. Wo der Schwerpunkt der Starkniederschläge letztlich genau liegen wird kann man erst in 48 bis 72 Stunden sagen. Auf jeden Fall sollte man gerade als Flussanlieger die Wettervorhersagen und Warnungen der kommenden Tage gut im Auge behalten.

Doch nun zu den etwas erfreulicheren Nachrichten: Die Wettermodell deuten für die erste Juniwoche eine spürbare Erwärmung an. Dann könnte es verbreitet auf 20 bis 25, lokal sogar bis 27 Grad rauf gehen. Nun aber wieder eine weniger erfreuliche Nachricht: das ganze geht wahrscheinlich ziemlich wechselhaft von statten, das heißt wir müssen dann zwar nicht mehr mit Dauerregen, dafür aber mit heftigen Gewittern inklusive Unwettern rechnen.

Fazit: Der Regen wird ab Juni zwar wärmer, von einem freundlichen und trockenen Frühsommer sind wir aber weiterhin weit entfernt. Tragen wir es mit Fassung” empfiehlt Wetterexperte Jung.

Übrigens: Vielfach fiel im Mai an einigen Orten mehr als die Hälfte des gesamten Frühjahrs-Niederschlags! In Hannover gab es beispielsweise im gesamtem Frühling 183 Liter Regen pro Quadratmeter, davon fielen allein im Mai 128 Liter pro Quadratmeter. In Leipzig fielen bisher im Frühjahr 147 Liter pro Quadratmeter, davon allein 77 Liter im Mai.

Die stärksten Regenfälle werden in am Mittwoch, Freitag und am Samstag (1. Juni und meteorologischer Sommerbeginn) erwartet. Genießen Sie also den heutigen Dienstag, der wird zumindest im Westen und Süden recht freundlich und warm.