Fällt der Sommer wieder ins Wasser?

Der März 2012 wandelt nicht nur auf den Spuren seines Vorgängers aus 2011, er übertrifft ihn bereits in punkto Wärmeüberschuss und Trockenheit.

Bisher war der Monat nämlich 3,2 Grad wärmer als im langjährigen Mittel (1961 bis 1990), 2011 war der März nur 1,5 Grad wärmer. Das Regensoll wurde 2011 immerhin zu 35 Prozent erfüllt. Dieses Jahr gerade erstmal zu 20 Prozent und viel Nachschub ist nicht in Sicht. Lediglich beim Sonnenscheinsoll hat der März 2011 die Nase deutlich vorne: damals gab es ein sattes Plus von 65 Prozent beim Sonnenschein. Aktuell gibt es ein Plus von 25 %. Aber es folgen noch einige sonnige Tage.

Das trockene Wetter macht sich überall bemerkbar. Weit verbreitet ist Waldbrandgefahrenstufe drei von fünf erreicht, punktuell sogar schon die zweithöchste Stufe vier! Und auch für die 12,5 Millionen Pollenallergiker kommt es dieses Jahr besonders dick: „Experten erwarten dieses Jahr einen überdurchschnittlich starken Flug von Birkenpollen. Erste Pollen der Birke wurden nun bereits im Südwesten beobachtet. In den nächsten Tagen und Wochen wird der Flug deutlich zunehmen. Birkenpollen sind die bedeutendsten und aggressivsten Baumpollenallergene“ so Wetterexperte Dominik Jung vom Wetterportal WETTER.NET.

Bei der aktuellen Frühlingslage werden Erinnerungen an das letzte Frühjahr wach. Es war warm, sonnig und trocken. Die meisten Menschen fanden es einfach toll! Die Landwirte und Allergiker lassen wir dabei einmal außen vor. Schon damals kam die Frage auf: Verschießt der Sommer sein Pulver im Frühling? Und tatsächlich der nachfolgende Sommer ging als nasser Zick-Zack-Sommer in die Geschichte der Meteorologie ein.

Im Jahr 2007 war es ähnlich. Auch damals gab es einen sehr warmen und sonnigen Frühling. Der dann folgende Sommer brachte 40% mehr Regen als sonst üblich.

Müssen wir uns dieses Jahr also wieder auf einen sehr nassen und kühlen Sommer einstellen?

„Nein, das sind Einzelfälle. Man kann es nicht verallgemeinern. Das beste Beispiel ist das Jahr 2003. Viele von uns erinnern sich noch an den „Supersommer“, der wochenlange Hitzewellen mit Werten bis 40 Grad brachte. Super war das alles aber nicht. Es gab Waldbrände, die Flusspegel sanken auf ein Rekordtief und vor allem in Frankreich waren zahlreiche Hitzetode zu beklagen. Im Vorfeld dieses Sommers gab es aber ebenfalls einen sehr warmen, sonnigen und trockenen Frühling“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung. Wie dieses Beispiel zeigt, kann man nicht automatisch von einem Superfrühling auf einen miesen Sommer schließen oder umgekehrt.

Fazit: Beim Sommer 2012 ist noch alles offen- erste Sommertrends werden Mitte April erwartet!