Fahneninstallation am Goldenen Reiter

Am Freitag hisst die Künstlerin Beatrice Jugert an den historischen Masten am Neustädter Markt zwei Fahnen. Diese hängen gegenüber dem Goldenen Reiter und verändern für drei Monate die Wahrnehmung des Platzes.

Ein roter Vorhang und ein durch Wind animiertes Wappentier hängen dann ab Freitagabend dem Goldenen Reiter gegenüber.

Die eigens für die historischen Masten gestalteten Fahnen bilden einen Rahmen, durch den man die Stadt wie die Bühne eines epochenübergreifenden Theaterstücks betrachten kann. Ausgehend vom Dresdner Wappen werden die bekannten Elemente mit ihren Attributen aufgegriffen und abgewandelt: Das Wappentier, einst Herrschaftssymbol, bildet mit seinem bunten Kostüm die Vielfalt ab, die das heutige Dresden prägt. Ein roter Vorhang – installiert vor dem Wahrzeichen Dresdens – dem Goldenen Reiter, intensiviert die ohnehin schon existierende Inszenierung des Ortes als eine Art ironische Überhöhung, auf deren Bühne August der Starke als schillernde Figur des Barock auftritt. Während es in der Geschichte des Theaters darum ging, den Zuschauer in das Bühnengeschehen mit einzubeziehen, indem die „vierte Wand“ zum Zuschauer geöffnet wird, entsteht mit einem Vorhang über dem Platz eben diese Trennung wieder.

Für einen begrenzten Zeitraum rahmt die Installation den alltäglichen, städtischen Ablauf an diesem Ort  – mit dem Ziel, den Betrachter zum Innehalten und Nachdenken zu bringen. Die Kunstkommission für Kunst im öffentlichen Raum hat die Installation gefördert.
 
Beatrice Jugert, geboren 1971 in Bremen, studierte ab 1996 Bildhauerei an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und an der Kunstakademie Düsseldorf. Ihr Studium schloss sie 2002 mit einem Diplom für freie Kunst und 2004 als Meisterschülerin bei Eberhard Bosslet ab. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

Quelle: Landeshauptstadt Dresden