Fassaden-Streit um Palais Riesch geht in die nächste Runde

Zwar ist der Entwurf einer modern gestalteten Fassade als Sieger aus dem Gestaltungs-Wettbewerb hervorgegangen, doch hält die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden weiterhin an einer historischen Fassade fest. Sie bringt einen weiteren Investor zur Umsetzung ihrer Pläne ins Spiel.

Die Berliner CG-Gruppe hatte die Realisierung einer historischen Fassade prüfen lassen. Eine Rekonstruktion sei mit einer zeitgemäßen Nutzung der dahinterliegenden Flächen demnach nicht vereinbar. Stockwerks- und Raumhöhen, Ladenzone und Belichtung seien problematisch an einem Nachbau nach historischem Vorbild.

Beim Fassadenwettbewerb haben sich sieben von acht Jury-Mitgliedern gegen einen historischen Wiederaufbau mit fünf Stockwerken, zugunsten der sieben-geschossigen, modernen Variante entschieden.

Man hätte mehrere Zugeständnisse gemacht so Torsten Kulke, der Vorsitzende der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden. Entgegen ursprünglicher Planungen unter anderem einer Bebauung an der Brandmauer zum Polizeipräsidium zugestimmt.

Der Investor forderte die Gesellschaft am Donnerstag auf, sich beim erneuten Wettbewerb zu beteiligen und einzubringen. Auch diese bemüht sich weiterhin eine einvernehmliche Lösung zu finden.

Laut Kaufvertrag hatte der Investor das Baugrundstück vom Freistaat Sachsen und der Stadt für 27 Millionen Euro erworben. Mit fast Acht Millionen Euro weniger hatte der Freistaat den erzielbaren Kaufpreis eingeschätzt. Das Mehr an Wohnfläche soll die zu hohe Investitionssumme nach Einschätzung der Gesellschaft begleichen.