Fast alle freien Lehrerstellen besetzt

Dresden - Trotz eines sehr angespannten Lehrerarbeitsmarktes ist es Sachsen gelungen, fast alle freien Lehrerstellen zu besetzen. Allerdings mussten mehr Seiteneinsteiger als zuvor eingestellt werden. So stieg die Quote der Seiteneinsteiger gegenüber dem Vorjahr von 48 auf etwa 52 Prozent. Kultusministerin Brunhild Kurth sprach in diesem Zusammenhang von einer sehr komplizierten Bewerberlage. „Stellenangebote und Bewerberlage gehen weiter auseinander als im Vorjahr“, sagte die Kultusministerin in Dresden.

Mit Stand 2. August 2017 waren 1388 der 1400 Stellen besetzt. Die meisten Einstellungen gab es für Oberschulen (481) und Grundschulen (468), gefolgt von Förderschulen (161), Gymnasien (148) und Berufsbildenden Schulen (130). Auf die 1400 freien Stellen hatten sich lediglich rund 1160 ausgebildete Lehrer beworben. Davon waren über die Hälfte für die Schulart Gymnasium ausgebildet. Viel zu wenig ausgebildete Lehrer bewarben sich für die Schularten Grundschule, Oberschule und Förderschule. „Wir finden auf dem Arbeitsmarkt nicht genügend grundständig ausgebildete Lehrer – weder in Quantität noch mit der Ausbildung für die entsprechende Schulart“, sagte Kultusministerin Kurth.

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr bekommen Seiteneinsteiger seit diesem Jahr eine dreimonatige Einstiegsqualifizierung bevor sie unterrichten. Sie stehen damit nicht unmittelbar zum Start des neuen Schuljahres für den Unterricht zur Verfügung. Dadurch wird es laut Kultusministerin Kurth „eng mit der Unterrichtsversorgung in der ersten Phase des Schuljahres“.

Um Unterrichtsausfall zu vermeiden, wird ein Bündel an Maßnahmen ergriffen. So wird das Einstellungsverfahren mit dem Start des Schuljahres nicht beendet. Für den Herbst kündigte Kultusministerin Kurth schulscharfe Stellenausschreibungen an. Auch werden Lehrer im Ruhestand angesprochen, um als Honorarkraft bei kurzfristig auftretendem Unterrichtsausfall aushelfen zu können. Zudem werden Lehrkräfte gefragt, ob sie eventuell bereit wären, über ihr volles Stundendeputat hinauszugehen. 680 Lehrkräfte haben dem bereits zugestimmt. Ferner werden in Teilzeit arbeitende Lehrer gebeten, ihren Beschäftigungsumfang zu erhöhen. Außerdem bekommen Lehrkräfte geleistete Überstunden sofort vergütet.

Das neue Schuljahr beginnt mit mehr Schülern als das abgelaufene endete. Nach vorläufigen Berechnungen werden ca. 402.400 Schülerinnen und Schüler die 1356 öffentlichen Schulen besuchen. Das sind etwa 5000 Schüler mehr als im zurückliegenden Schuljahr.