Fast wäre es passiert – Zeit für eine Selbstreflexion

Alkohol am Steuer ist kein Kavaliersdelikt. Jedes Jahr verlieren dadurch auch Menschen in Sachsen ihr Leben oder verletzen sich so schwer, dass sie es nicht mehr wie gewohnt fortsetzen können. Nicht immer handelt es sich dabei um die Fahrer selbst. In vielen Fällen kommen auch Menschen zu Schaden, die sich einfach zur falschen Zeit am falschen Ort aufgehalten haben und so zum Opfer dieses rücksichtslosen Verhaltens geworden sind. Alle Menschen machen Fehler.

Jeder Tote im Straßenverkehr ist einer zu viel

Das gilt vor allem dann, wenn der Unfall durch den Einfluss von Alkohol zustande gekommen ist. Auf die äußeren Bedingungen wie das Wetter oder den Zustand der Straße können Fahrer nicht direkt Einfluss nehmen. Es liegt aber in ihrer Hand, ob sie ihr Fahrzeug auch noch dann in Betrieb nehmen, wenn sie dazu aus unterschiedlichen Gründen eigentlich nicht mehr in der Lage dazu sind. Laut dem Statistischen Bundesamt sterben auf den deutschen Straßen jährlich etwa 3.000 Menschen. Ein Gutteil der Unfälle entsteht dabei auch aufgrund von Fahrten im alkoholisierten Zustand.

© SACHSEN FERNSEHEN

Die „Don´t Drink and Drive Academy“ tourt regelmäßig durch Sachsen und bietet Interessierten im Promille-Fahr-Simulator auch die Möglichkeit zu erleben, wie es ist, ein Fahrzeug im betrunkenen Zustand zu fahren. Dieses Trockentraining macht sehr schnell klar, wie gefährlich es ist, sich nach ein paar Bierchen noch ans Steuer zu setzen.

Dennoch gilt das in Deutschland oftmals immer noch als Kavaliersdelikt, in manchen Freundeskreisen sogar als Heldentat. Wer jedoch jemals mit dem Leiden konfrontiert war, dass durch den Tod eines Unschuldigen für seine Familie und Freunde entsteht oder selbst Betroffene davon im näheren Umfeld hat, kann dem absolut nichts abgewinnen.

Wer sich bisher selbst öfter mal ans Steuer gesetzt hat, nachdem er sich das ein oder andere Gläschen genehmigt hat und nun dabei erwischt wurde, sollte dankbar sein, dass das geschah, bevor es zu einem schlimmen Unfall mit weitreichenden Folgen gekommen ist. Die MPU sollte deshalb nicht als lästige Pflicht wahrgenommen werden, sondern als Möglichkeit, es in Zukunft besser zu machen.

Die MPU mit individueller und qualifizierter Betreuung „bestehen“

Wer die Vorladung zu einer MPU erhält, ist gut damit beraten, sich entsprechende Unterstützung dafür zu holen. Im Rahmen einer umfassenden MPU Beratung werden individuell die Ursachen des Problems erarbeitet und die persönliche Situation in den Mittelpunkt gerückt.

Diese Vorbereitung ist für den sogenannten „Idiotentest“ zwar nicht zwingend erforderlich, doch sie erhöht die Chance, die Begutachtung zur Fahreignung zu bestehen, massiv. Denn Experten in diesem Kontext wissen, was dabei genau auf einen zukommt und können deshalb gezielt die geeigneten Maßnahmen setzen. Darüber hinaus arbeiten sie eng mit den Behörden und Begutachtungsstellen zusammen und sorgen so auch für einen reibungslosen administrativen Ablauf.

Wer sich nicht sicher ist, ob er professionelle Unterstützung benötigt, sollte auf alle Fälle die Möglichkeit zu einem kostenlosen Erstgespräch nutzen. Im Rahmen dieses Dialogs kann genau geklärt werden, welche Dienstleistungen dazu beitragen können, die Erfolgsaussichten zu erhöhen. Dieses Gespräch muss nicht zwingend vor Ort stattfinden, sondern kann auch im Rahmen einer Video-Konferenz durchgeführt werden.

Es geht jedoch nicht nur darum, die MPU zu überstehen und in weiterer Folge einfach so weiterzumachen, wie bisher. Wer durch sein gemeingefährliches Verhalten nicht nur sich, sondern auch andere Menschen unnötig in Gefahr gebracht hat, sollte dies als Anlass dafür nehmen, sein eigenes Verhalten zu reflektieren, denn Alkohol am Steuer kann das ganze Leben zerstören.

Die MPU oder ein entsprechendes Bußgeld sind zwar unangenehm, aber im Grunde genommen harmlos. Wer einen Unfall im alkoholisierten Zustand verursacht, bei dem Menschen verletzt oder getötet werden, kann dafür für lange Zeit ins Gefängnis wandern.

Darüber hinaus fällt es den meisten Menschen schwer, solche Unfälle auch für das weitere Leben zu verarbeiten. Das gilt insbesondere, wenn dabei die eigene Freundin, Kumpels oder Verwandte zu Schaden kamen. Doch auch, wer mit der Schuld leben muss, das Leben eines unbekannten Menschen leichtfertig zerstört zu haben, wird damit nur schwer fertig.

Betroffene nehmen meist für den Rest ihres Lebens professionelle psychologische Hilfe in Anspruch und werden dennoch immer wieder, vor allem in ihren Träumen, mit ihrer Tat konfrontiert. Deshalb lohnt es sich umzudenken, solange noch nichts passiert ist.