Faust-Premiere in Radebeul bei Dresden

Am 13.11. findet um 19.00 Uhr auf der Landesbühne Sachsen in Radebeul die ‚Faust I‘ Premiere statt. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.dresden-fernsehen.de. +++

Faust – einer der erfolgreichsten Intellektuellen seiner Zeit – ist ohne Hoffnung. Was das Leben zu bieten hatte, scheint ausgekostet. Weder Bildung, Religion, Besitz oder Forschung noch menschliche Gemeinschaft konnten seinem Leben Sinn geben. Es bleibt die Verzweiflung über die eigene Unvollkommenheit. Nur die Erinnerung an die Kindheit, als das Leben noch ein Versprechen war, hält ihn vom Selbstmord ab. Doch wie weiterleben, ohne die Begrenztheit des Da­seins zu akzeptieren?

Faust hat subjektiv nichts zu verlieren, als ihm der „Geist, der stets verneint“ höllische Fähigkeiten anbietet. Ihn reizt die Wette, ob es dem Verführer gelingt, seine quälende Sehnsucht mit weltlichen Genüssen und der Lust des Augen­blicks zu stillen. Endlich sollen ihm übermenschliche Fähigkeiten und absolu­te Handlungsfreiheit zuteil werden. Nach einer Verjüngungskur sind Sinnlich­keit und Lebenslust des vergeistigten Mannes geweckt und er verliebt sich in Gretchen, ein Mädchen aus einfachen Verhältnissen. Aus Fausts Begehren wird Leidenschaft. Zum ersten Mal im Leben glaubt er, im Bereich des Menschen­möglichen, in der Liebe, absolute Erfüllung zu finden. Doch die Welt Gretchens empfindet Faust schon bald als zu eng und er flieht, Chaos und Zerstörung zu­rücklassend.

Sein Wissens- und Tatendrang ist teuer bezahlt: „Dafür ist mir auch alle Freude entrissen …“ muss er zu Beginn der Tragödie erkennen. Bis an sein Lebensende wird er von seiner Freudlosigkeit nicht geheilt. Rastlos sucht er, sich selbst zu überflügeln und eilt von einer Eroberung zur nächsten.

Doch die Kehrseite jedes erreichten Ziels ist ein Inferno. Seine Biographie liest sich denn auch wie die Entwicklungsgeschichte der Moderne …

Goethe wollte seine Dichtung als „ernst gemeinte Scherze“ verstanden wissen. Ist es also Ironie, wenn schließlich der Chor der Engel im Triumph über Mephi­sto jubelt: „Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen“? Oder doch Hoffnung für Faust – Hoffnung auch für die Menschheit?

Quelle: Landesbühne Sachsen
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