Fazit nach zweitägigen Streik bei Amazon

Mit dem ersten zweitägigen Streik beim Online-Versandhändler Amazon ist die Gewerkschaft ver.di überaus zufrieden. In Leipzig beteiligten sich auch am Dienstag wieder 500 Beschäftigte an der Arbeitsniederlegung. Das sind etwa 50 Prozent der Tagesbeschäftigten. +++

In Bad Hersfeld waren es rund 800 Streikende. Besondere Freude bereitete den Bad Hersfeldern, dass 30 KollegInnen aus Leipzig gekommen, um sie zu unterstützen. Ver.di Gewerkschaftssekretärin Mechthild Middeke: „ Es war viel Gemeinsamkeit und Solidarität zu spüren. Das war großartig.“

Der Höhepunkt des Tages in Bad Hersfeld war aber die Rede des ver.di-Vorsitzenden Frank Bsirske. Er sagte: „Angelehnt an die Amazon-Philosophie ‚Work hard, have fun, make history‘ muss ich euch sagen: Ihr seid die, die hier Geschichte schreiben, weil ihr für eure Forderungen auf die Straße geht. Denn was die Kultur von Amazon prägt, müsst ihr nicht den Managern überlassen, sondern das nehmt ihr als Beschäftigte selbst in die Hand. Und ihr sollt wissen: Die ganze Organisation steht hinter euch!“

Am Vormittag hatte Stefanie Nutzenberger, im ver.di Bundesvorstandsmitglied für den Groß- und Einzelhandel zuständig, die streikenden KollegInnen in Leipzig besucht. Sie sagte: „Tarifverträge und Tarifbindung bedeuten Verlässlichkeit für die Beschäftigten. Die Menschen bei Amazon bringen Tag für Tag zuverlässige Leistung. Und sie wollen von ihrem Arbeitgeber dafür zu Recht Anerkennung und Respekt und fordern ein klares Bekenntnis zum Tarifvertrag des Einzel- und Versandhandels.“

Dem schloss sich Jörg Lauenroth-Mago, Verhandlungsführer für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen an: „Nach insgesamt 5 Streiktagen spüren wir eine große Entschlossenheit bei den Kolleginnen und Kollegen. Wir sind absolut streikfähig, wie reagieren schnell und wir werden immer mehr. Wir hoffen, dass es Amazon klar wird, dass sie sich jetzt bewegen müssen und mit uns in Tarifverhandlungen gehen.“

Quelle: ver.di Landesbezirk Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

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