FC Sachsen: Aus & vorbei – die bittere Wahrheit

Erst waren es nur Gerüchte. Doch seit gestern ist klar – den FC Sachsen wird es bald nicht mehr geben. Zu schwer wiegen die Schulden bei dem Verein, dem zuletzt auch noch bei den Heimspielen mehr und mehr Fans wegblieben. Ein bitteres Kapitel in der Geschichte des Leipziger Fußballs. Mittwochabend stand die Verantwortlichen des FC Sachsen Rede und Antwort:

Hier verkündet Insolvenzverwalter Heiko Kratz das Ende einer Ära. Der FC Sachsen – aus und vorbei. Zum Saisonende ist Schluss.

Damit endet die Geschichte des FC Sachsen. Er sei nicht sanierungsfähig, so Kratz, seit zwei Jahren Insolvenzverwalter des Vereins. Obwohl die Kosten für die laufende Saison gedeckt sind, ist der Spielbetrieb künftig nicht mehr finanzierbar. Gründe dafür gibt es viele.

Der marode Alfred-Kunze-Sportpark ist die größte Baustelle. Seit zehn Jahren wurde hier nichts mehr gemacht, der Zustand ist katastrophal. Hier hätte investiert müssen – doch wovon? Die ersehnte Unterstützung von der Stadt blieb aus. Genauso wie zuletzt die Zuschauer. Gerade mal 800 Fans kamen noch zu den Spielen, seit der Verein die Kooperation mit RB Leipzig einging. Mindestens 1.000 braucht es, um in der Oberliga überleben zu können. Dazu fehlten noch Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen.

Vorstand und Insolvenzverwalter dankten noch einmal denen, die dem Verein bis zuletzt die Stange hielten. Die große Frage ist, wie es jetzt weiter geht. Alle Spielerverträge laufen zum 30. Juni aus. Verhandlungen mit anderen Vereinen bezüglich der ersten Herrenmannschaft und den Nachwuchsteams laufen.

Bis Ende Mai müssen laut Spielordnung die Verhandlungen abgeschlossen sein. Einen einfachen Verkauf von Ligaspielrechten und Mannschaften schloss Kratz aus. Das lassen die Statuten des Fußballverbandes nicht zu. Das Ziel ist ganz klar: Zumindest der Fußball soll erhalten bleiben. Für den FC Sachsen selbst ist das Spiel vorbei.